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Montag, 9. Mai 2016

Blindbewerbung vs. Initiativbewerbung schreiben



Schätzungen zufolge werden 70 bis 80 Prozent aller offenen Stellen vergeben, noch bevor sie jemals offiziell ausgeschrieben wurden. Und nicht selten handelt es sich dabei um Positionen, die nicht nur gut bezahlt, sondern auch sonst attraktiv sind. Im Fachjargon wird dieses Phänomen auch verdeckter Arbeits- oder Stellenmarkt genannt. Um an diese Jobs zu kommen, gibt es im Grunde nur zwei Möglichkeiten: Vitamin B – oder Sie schreiben eine Blindbewerbung. Oft wird diese Bewerbungsart mit der Initiativbewerbung synonym verwendet. Doch beide unterscheiden sich…



Was unterscheidet die Blindbewerbung von der Initiativbewerbung?



Vor einiger Zeit wurden beide Begriffe in der Regel völlig gleichbedeutend verwendet. Das hat sich inzwischen aber gewandelt. Zwar ähneln sich beide Bewerbungsformen als eine Art Bewerbung auf gut Glück, die massenhaft – entweder per Post oder E-Mail – verschickt wird. Dennoch gibt es einen gravierenden Unterschied:



Bei der Initiativbewerbung ist zumindest der Ansprechpartner bekannt. Das Anschreiben enthält damit eine persönliche Anrede und ist auch sonst auf die Zielperson zugeschnitten.



Bei der Blindbewerbung ist nichts bekannt – außer natürlich dem Unternehmen, an das sie sich richtet. Das Anschreiben kann daher allgemein und unpersönlich formuliert und immer wieder verwendet werden. Das spart Zeit. Nur der Firmenname sollte ausgetauscht werden.



Es ist allerdings auch so, dass die meisten Unternehmen individuell zugeschnittene und persönlich adressierte Bewerbungen bevorzugen. Heißt: Falls möglich sollten Sie lieber eine Initiativ- als eine Blindbewerbung verschicken, sie ist also allenfalls zweite Wahl.



Zwingende Elemente beider Bewerbungsarten sind aber in jedem Fall die einer Kurzbewerbung:



-Bewerbungsanschreiben

-Tabellarischer (lückenloser) Lebenslauf



Ob Sie Ihre Blindbewerbung gleich in eine vollständige Bewerbungsmappe einbetten, ist letztlich Geschmackssache. In der Regel können Sie aber davon absehen. Sollte wirklich eine Stelle vakant sein und das Unternehmen Interesse haben, wird es nachfragen. Dann können Sie Ihre Arbeitszeugnisse, Tätigkeitsbeschreibungen, Referenzen oder Empfehlungsschreiben immer noch nachreichen.



Lohnt sich eine Blindbewerbung überhaupt?



Klare Antwort: Ja. Es handelt sich dabei zwar um einen Schuss ins Blaue, aber genau genommen, um eine Jobsuche und keine Bewerbung. De facto wissen Sie weder, ob das Unternehmen überhaupt eine passende Stelle frei hat, ob es jemanden mit Ihrer Profession und Qualifikation sucht oder jemals in absehbarer Zeit suchen wird. Die Chancen stehen also Fifty-Fifty. Immerhin höher als die meisten Chancen. Aus diesem Grund kann sich die Blindbewerbung lohnen.



Folgenden Gründe für die Blindbwewerbung:



  • Sie trainieren das Formulieren Ihrer Bewerbung und machen Personaler auf sich aufmerksam. Falls nicht, können Sie das als Feedback nutzen, um Ihr Anschreiben stetig zu verbessern.
  • Nicht wenige Unternehmen pflegen sogenannte Talentpools, also Listen mit potenziellen Kandidaten. Überzeugt Ihre Blindbewerbung, gelangen Sie vielleicht in diesen Pool und werden künftig angesprochen.
  • Man weiß nie, wer die Bewerbung liest. Vielleicht kennt der- oder diejenige jemanden, der jemanden sucht wie Sie. Voilà, was als Blindbewerbung begann, endet als Empfehlungsmarketing.
  • Je mehr Blindbewerbungen Sie verschicken, desto eher steigen die Chancen, doch mal einen Treffer zu landen. Das gilt vor allem für jene Unternehmen, für die Sie gerne arbeiten würden, jedoch partout weder Vakanzen noch Ansprechpartner recherchieren können.



Extra-Tipp



Beachten Sie beim Versenden von Blindbewerbungen unbedingt das richtige Timing. Während der klassischen Urlaubszeiten wie den Oster-, Sommer- oder Weihnachtsferien drohen die Unterlagen unterzugehen. Umgekehrt wird eher ein Schuh draus: Verschicken Sie Ihre Bewerbung etwa zum Ende eines Monats oder Quartals könnte es sein, dass diese mit der Kündigung eines Mitarbeiters zusammenfällt – und Sie eine gerade entstandene Lücke sofort schließen können.



Tipps zum Formulieren einer Blindbewerbung



Da diesem Bewerbungstyp die persönliche Ansprache fehlt, müssen Sie umso mehr durch das Anschreiben eine Art Bezug herstellen und Interesse wecken. Phrasen, Floskeln und Standardformulierungen verbieten sich damit automatisch. Ein abgegriffenes “hiermit bewerbe ich mich…” schläfert Ihre Leser ebenso ein wie ein saloppes “seit Jahren ist es mein Traum für Sie zu arbeiten…”. *Gähn*



Schon der Einleitungssatz muss also sitzen. Idealerweise punkten Sie dabei sofort mit Ihren einzigartigen Qualifikationen, Erfolgen, Erfahrungen. Die Motivation steht in dem Fall für den Erfolg. Schließlich merkt ein erfahrener Personaler sofort, ob es sich bei der Bewerbung um Massenware handelt. Tun Sie so, als seien Sie nur an diesem einen Unternehmen interessiert.



Quelle: www.karrierebibel.de von Jochen Mai am 03. März 2014