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Mittwoch, 17. August 2016

Ansprüche bei Stellenanzeigen


Wer sich auf eine Jobanzeige zurückmeldet, der erfährt nicht viel über den Job, dafür wird ihm aber einiges abverlangt. Nicht selten lassen sich Bewerber durch zu hohe Ansprüche der Firma abschrecken. Ist das Absicht?

70 Prozent der Anforderungen sollte ein Bewerber erfüllen.

Viele Unternehmen formulieren in ihren Stellenanzeigen bewusst extrem hohe Anforderungen.
Etwa zwei Drittel aller Bewerbungen erfüllen nicht einmal annähernd das geforderte Qualifikationsniveau und werden deshalb gleich aussortiert.

Die Spreu vom Weizen trennen

Die Qualitätsanforderungen in den Anzeigen sind deshalb so hoch, weil die Unternehmen nicht noch mehr unnötige Post bekommen möchten. Auf eine detailgetreue Darstellung der Aufgabe in Stellenanzeigen kommt es nicht in erster Linie an. Die Firmen suchen vor allem Mitarbeiter mit bestimmten fachlichen Qualifikationen, die aus den Unterlagen hervorgehen müssen. Mangelnde Kenntnisse in einer „unbedingten geforderten Disziplin“ sind ein Ausschlussgrund.

Anders sieht es bei den Soft Skills aus. "Teamfähigkeit und Kollegialität kann man nicht mit Zertifikaten belegen, das testen Personaler im Vorstellungsgespräch. Eingeladen werden die Kandidaten, die mehr als 70 Prozent der erwarteten Anforderungen erfüllt haben.

"Man darf die Worte einer Anzeige nicht auf die Goldwaage legen, weil viele Stellenanzeigen unpräzise und häufig überzogen formuliert sind".

Die Inhalte der Ausschreibungen orientierten sich an dem Wunschbild der Firmen. Dass ein Verkäufer kommunikativ sein muss und ein Mechanker präzise, sind Selbstverständlichkeiten und daher unnötige Floskeln. Häufig soll auch "der Neue ein optimiertes Spiegelbild des Alten sein, also dessen Stärken aber nicht dessen Schwächen haben sollte". Der Fall tritt dann ein, wenn ein Nachfolger gesucht wird, weil jemand die Firma verlässt. Weil es aber Kandidaten mit solchem Profil nicht gibt, ziehen solche Anzeigen auch nur ganz wenig Bewerbungen nach sich.

Gehen Sie von einer guten Chance auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch aus, wenn zwei Drittel der Anforderungen erfüllt sind.

Mit einer Stellenanzeige ist es wie mit dem Arbeitszeugnis: Man kann kaum in wenigen Sätzen zusammenfassen, was ein Mitarbeiter in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat oder machen soll. "Daher werden in den Anzeigen Dinge nur angetippt und der Leser soll mit seiner Fantasie daraus seine eigenen Schlüsse ziehen“. Stellenanzeigen haben eine eigene Sprache wie Arbeitszeugnisse, für viele ist das unverständliches Personaler-Latein.

Gesiebt wird mit Soll-Kriterien und Bonuspunkten.

"Worte wie 'Sie sollten ...', 'das müssen Sie mitbringen', oder '... wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen', sind Soll-Kriterien, anhand derer ein Bewerber in den engeren Kreis aufgenommen wird.

" Weiche Faktoren kennzeichnen Worte wie 'wünschenswert' und 'wenn sie außerdem mitbringen ...'. Dafür gibt es Bonuspunkte.

Weil Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander liegen, erleben viele Arbeitnehmer einen Berufsschock in der Praxis.


Quelle www.karriere.de