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Dienstag, 16. August 2016

Begriffserklärung: Coaching, Training und Karriereberatung


Sie sind arbeitsuchend und bekommen die Chance ein Coaching oder Training zu besuchen. Es ist allerdings nicht so leicht, abzugrenzen, was ein Coach, ein Trainer oder ein Karriereberater macht. 

Zur besseren Orientierung gibt es heute daher ein kleines Glossar über Coaching, Training, Supervision, Mentoring und Karriereberatung.

Wer macht was?

Coaching
hat in der Regel die Persönlichkeit des Klienten im Fokus. Der Coach hilft dem Coachee spezielle berufliche Fähigkeiten auszubauen oder zu verbessern, wobei dieser Entwicklungsprozess in erster Linie eine Art Selbstreflektion und Hilfe zur Selbsthilfe bleibt. Von einem Coach wird man selten konkrete Tipps oder Ratschläge hören, denn im Gegensatz zur Beratung soll der Coachee die Lösung selber finden. Typisch für Coaching sind daher Fragen. Zumindest in der reinen Form. Coaching kann aber auch ein Mix sein aus Beratung, Feedbackgespräch und praxisorientiertem Training.

Training
dient in erster Linie dem Erlernen konkreter Fähigkeiten oder Verhaltensweisen. Dabei konzentriert sich der Trainer – anders als beim Coaching – weniger auf die Selbstreflektion seines Klienten, sondern auf konkrete Übungen und ein klares Trainingsziel. Die Rollen sind klar verteilt: Der Trainer ist der Experte und Meister, der Klient sein Schüler. Typisch für Trainings sind Angebote wie Workshops oder Seminare.

Mentoring
wiederum ist ein Personalentwicklungsinstrument. Dabei kommt es zu einer Patenschaft zwischen einer unerfahrenen Führungskraft, dem Mentee, und einem meist älteren, erfahreneren Manager, dem Mentor. Dieser gibt dann sein Wissen und seine Erfahrungen an den Protegé weiter. Ziel ist, dem Mentee bei seiner persönlichen oder beruflichen Entwicklung auf die Sprünge zu helfen. Im besten Fall wohlwollend. Denn im Unterschied zum Coaching nimmt der Mentor keine neutrale Position ein, auch hier herrscht vorrangig ein Meister-Schüler-Verhältnis. Falls beide für dasselbe Unternehmen arbeiten, kann es daher vorkommen, dass der Mentor eher die Interessen des Arbeitgebers verfolgt und nicht zwingend die seines Mentees. Im schlimmsten Fall ist der Mentor nur ein eitler Profilneurotiker, der sich daran labt, dem Mentee seine Großartigkeit zu beweisen. Da hilft dann nur: auswechseln.

Karriereberatung
bleibt häufig auf einen kurzen Zeitraum begrenzt, manchmal gar nur auf ein einziges Treffen, das der Ratsuchende dann auch aus eigener Tasche bezahlt. Denn Karriereberater sind unabhängige Dienstleister, die man bezahlt wie einen Anwalt oder Steuerberater auch. Typisch für eine Karriereberatung sind konkrete und kurzfristige Fragen zu akuten Jobproblemen: Wie kann ich mich besser bewerben? Wie handele ich mehr Gehalt raus? Wie überzeuge ich meinen Chef? Die Rollen sind auch hier klar verteilt: Der Kunde fragt – der Berater gibt konkrete Tipps.

Supervision
ist eine Beratungsform. Dabei werden meist die Interaktionen und Verhaltensmuster innerhalb eines Teams oder einer Organisationen analysiert, um sie entweder zu verbessern oder potenzielle Konfliktherde zu beseitigen. Supervisor und Klienten legen dabei vorher fest, nach welchen Spielregeln das Ganze ablaufen soll. Im Prozess selbst werden dann oft konkrete Situationen und das Innenleben der Beteiligten reflektiert, um die jeweiligen Motive transparenter zu machen.

Mediation
ist ein freiwilliges und außergerichtliches Schlichtungsverfahren bei akuten Konflikten. Beide mediierenden Parteien müssen dem Verfahren deshalb vorher unbedingt zustimmen. Der Mediator wiederum ist zur Überparteilichkeit verpflichtet, er trifft daher auch keine Entscheidungen oder Urteile, sondern leitet neutral die Aussprache und unterbreitet anschließend Vorschläge, auf die sich beide Parteien selbst einigen müssen. Auch eine Art Beratung ist dabei eher unüblich, das wäre dann Konflikt-Coaching.

Psychotherapie
konzentriert sich auf die Behandlung von Menschen mit geistig-seelischen, körperlichen und psychosomatischen Krankheiten. Diese Aufgabe dürfen nur entsprechend ausgebildete Psychotherapeuten (mit Einschränkungen auch Heilpraktiker) übernehmen. Zwei Formen sind dabei besonders häufig: In der Tiefenpsychologie setzt sich der Patient vor allem mit seinem Unbewusstsein auseinander. In der Verhaltenstherapie wird ihm geholfen, sich seine Gedanken und Bewertungen bewusst zu machen und – falls gwünscht – zu verändern.

Quelle www.ines-friedrich.de