Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Donnerstag, 6. Oktober 2016

Der Schlusssatz in der Bewerbung


Jedes Bewerbungsanschreiben hat zwei natürliche Höhepunkte: den Einstiegssatz – und den Schlusssatz. Jedenfalls sollte das so sein, denn hier ist die Aufmerksamkeit des Lesers am höchsten. Beim Schlusssatz sogar noch ein bisschen höher, denn er hallt nach. So wie der erste Eindruck entscheidend sein kann für Fortune oder Fiasko einer Bewerbung, so gilt das umso mehr für eine Pointe, die keine ist.

Worum aber geht es bei dem Anschreiben-Schlusssatz vor allem? 
Klar, Sie sollten freundlich und motiviert klingen. Mehr aber noch Selbstbewusstsein erkennen lassen. Schließlich haben Sie gerade nicht nur erklärt, warum Sie den Job haben wollen, sondern auch, warum Sie die Idealbesetzung sind. Damit sind Sie schon mal kein Bittsteller. Sie haben etwas zu bieten: Engagement, Know-how, Leistungswillen, Erfahrung, Mehrwert – also kein Grund sich unter Wert zu verkaufen und zu betteln.

Aus demselben Grund sollten Sie sich auch nicht am Ende “für die Aufmerksamkeit” bedanken.

Der schlimmste Fehler am Schluss

Der größte Fauxpas im Schlusssatz ist zugleich der leider auch verbreitetste: der Konjunktiv.

“Ich würde mich freuen, von Ihnen zu hören.”
“Gerne würde ich Ihnen meine Motivation ausführlich im Vorstellungsgespräch erläutern.”
“Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mich zum Bewerbungsgespräch einladen.”

Sie merken schon: Der Konjunktiv schwächt den Satz ab. Er macht aus dem bestimmten Wunsch eine vage Möglichkeit und zieht den Glauben daran zugleich in Zweifel. So jemand wirkt sofort unsicher und macht sich kleiner als er oder sie ist. Also bitte nie Konjunktiv am Schluss!

Nutzen Sie den Trick mit dem Call-to-action!

Des Weiteren ist die Abschlussformulierung zugleich eine Art Doppelpunkt: Das Bewerbungsschreiben samt Lebenslauf waren ja nur der Auftakt der Bewerbung. Was folgt ist, hoffentlich, die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Und auf die können Sie ruhig zu sprechen kommen.

Es ist ein bisschen so wie beim sogenannten Call-to-action im Internet: Es gibt inzwischen zahlreiche Studien die zeigen, wenn man seine Leser explizit dazu auffordert, einen Artikel weiterzuleiten, zu empfehlen oder zu kommentieren, dann steigt eben diese Empfehlungs- oder Kommentarrate um ein Vielfaches an. Warum also nicht auch erwähnen, dass Sie sich schon auf das Vorstellungsgespräch freuen, obwohl noch gar nicht entschieden ist, dass Sie auch eingeladen werden?

Wem das zu viel des Guten ist, der kann natürlich auch den frühesten möglichen Eintrittstermin nennen (“Ich würde mich freuen, bei Ihnen am xx. Oktober die Stelle anzutreten.”). Auch das ist ein Psychotrick: Weil Sie damit subtil unterstellen, DASS Sie den Job bekommen und wenig Fläche zur Spekulation lassen.

Schlusssatzbeispiele für das Anschreiben

Jetzt haben wir noch ein paar ausgewählte Beispiele für gute Schlussformulierungen. Die können und sollten Sie Ihrem Bewerbungsduktus freilich noch anpassen und individualisieren. Aber sie bringen Sie schon mal auf die richtige Fährte:


Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann freue ich mich auf ein persönliches Gespräch!

Gerne überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch davon, dass Sie mit mir einen ebenso engagierten wie erfahrenen Mitarbeiter gewinnen.

Ihrer positiven Rückmeldung sehe ich mit großer Freude entgegen.

Wie Sie sehen, bin ich für eine Mitarbeit hochmotiviert und freue mich Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen.

Für ein Bewerbungsgespräch ebenso wie zu einer Probearbeit komme ich gerne zu Ihnen und freue mich über eine Einladung.

Ich freue mich sehr, schon bald mit Leidenschaft und 
Engagement zum Erfolg Ihres Unternehmens beizutragen und freue mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Falls Sie noch Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Wenn Sie also einen kompetenten, zuverlässigen und belastbaren Mitarbeiter suchen, dann freue ich mich über eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Ich brenne darauf, mich mit meinen Fähigkeiten und Erfahrungen der neuen Aufgabe zu stellen und sie zu meistern.

Danach schließen Sie endgültig “mit freundlichen” oder “mit besten Grüßen” und unterschreiben die Bewerbung immer handschriftlich!

Quelle www.karrierebibel.de