Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Mittwoch, 12. Oktober 2016

Lügen in der Bewerbung können auffallen


Haben Sie in einer Bewerbung schon mal geschwindelt, übertrieben oder wissentlich Informationen weggelassen, um besser dazustehen? Verständlich. Von dem Eindruck hängt schließlich nicht weniger ab, als die berufliche Zukunft. Personaler wissen das – und bereiten sich entsprechend auf mögliche Flunkereien vor: Lücken im Lebenslauf, Unstimmigkeiten, Widersprüche – dabei ist es noch relativ leicht, Unwahrheiten im Vorstellungsgespräch zu entlarven. Aber wie sieht das aus bei den sogenannten Soft Skills?

Ist der Kandidat tatsächlich teamfähig? Arbeitet er sorgfältig? Ist er belastbar, durchsetzungsstark, zuverlässig? Bei solchen Fragen ist es schon wesentlich schwieriger, Lügen aufzudecken. Was also tun? Fangfragen stellen? Psychotests absolvieren? Raten?
Nicht unbedingt, meint Marc-André Reinhard, Psychologe an der Universität Mannheim. Er hat das Problem mit ein paar seiner Kollegen jetzt in einer Reihe von vier Experimenten genauer erforscht und festgestellt: Kennen wir die Situation aus eigener Erfahrung, sind wir mit ihr also vertraut, funktioniert unser innerer Lügendetektor wesentlich zuverlässiger.

So ließ das Forscherteam in einem Versuch Probanden zuvor aufgezeichnete Bewerbungsgespräche ansehen. Die Kandidaten wurden dort nach ihren bisherigen Aufgaben befragt – allerdings flunkerte die eine Hälfte der Bewerber. Und siehe da: Zuschauer, die zuvor einen vergleichbaren Job gemacht hatten, konnten die Aufschneider und Lügner deutlich besser erkennen – und zwar meist an den Details. Wer über seinen bisherigen Job und seine Leistungen mehrheitlich phantasierte, fiel ihnen durch logische Brüche oder eher untypische Vorgehensweisen auf.

Um von Bewerbern seltener hinters Licht geführt zu werden, sehen es einige Personaler als sinnvoll an, dass bei solchen Vorstellungsgesprächen nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker dabei sitzen und entsprechende Fragen stellen. Idealerweise Kollegen aus dem künftigen Team oder dessen Chef. Damit werden Lügen schnell entlarvt.

Quelle karrierebibel.de