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Dienstag, 11. Oktober 2016

Selbstsabotage


Eigentlich ist die Suche nach einem neuen Job nicht kompliziert. Eine passende Stelle finden, Hintergrundinformationen zum Unternehmen recherchieren, Kontakt aufnehmen, die Bewerbung auf die ausgeschriebene Stelle anpassen, warten, sich im Vorstellungsgespräch optimal präsentieren und den Job bekommen. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis ist jeder der genannten Schritte mit Arbeit verbunden und kann mit Problemen behaftet sein. Doch auch mit Ihren eigenen Erwartungen können Sie Ihre Jobsuche sabotieren. Vermeiden Sie deshalb Erwartungen, mit denen Sie sich selbst das Leben schwer machen.

Die folgenden Erwartungen lassen sich grob in zwei Kategorieren einteilen. Die einen führen dazu, dass Sie das Ganze zu locker sehen und sich daher nicht ausreichend vorbereiten, während die anderen das genaue Gegenteil verursachen. Das bedeutet, dass Sie – ausgelöst durch die übertriebenen Erwartungen – verkrampft an den Bewerbungsprozesses herangehen und sich völlig unnötige Sorgen und Gedanken machen. Das Resultat: Sie wirken nicht authentisch und können einen Personaler nur schwer von Ihren Stärken überzeugen. Dabei sollten Sie sich immer bewusst machen: Erwartungen sind reine Spekulationen Ihrerseits. Denn auch mit jahrelanger Erfahrung können Sie nicht wissen, wie ein Ihnen unbekannter Personaler und ein für Sie neues Unternehmen den Bewerbungsprozess und das Auswahlverfahren gestalten. Oft läuft es viel besser, als Sie im Vorfeld gedacht haben.

Es muss der perfekte Job sein

Ihr Traumjob ist auf jeden Fall ein Ziel, auf das Sie hinarbeiten sollten. Doch realistischer Weise wissen Sie auch: Den perfekten Job gibt es nicht. Ein wenig Kompromissbereitschaft gehört einfach dazu, um eine passende Stelle zu finden. Um Ihren Traumjob kann es sich dennoch handeln, nur perfekt wird er eben nicht sein. Wichtig: Sie müssen genau wissen, in welchen Bereichen Sie zu Kompromissen bereit sind und in welchen nicht. Nur dann können Sie sich für eine Stelle entscheiden.

Das Auswahlverfahren wird extrem anspruchsvoll

Grundsätzlich spricht nichts dagegen, dass Sie sich auf einen anspruchsvollen Auswahlprozess vorbereiten. Doch aus einer intensiven Vorbereitung kann schnell selbst gemachter Druck entstehen. Dieser kann Sie lähmen und unnötig an Ihren Nerven nagen. Sobald Sie merken, dass Sie sich selbst stressen und unter Druck setzen, nehmen Sie sich einen Moment Zeit, atmen Sie tief durch und gehen die Vorbereitung etwas gelassener an.

Das schaffe ich mit links

Egal wie gut, erfahren und kompetent Sie sind: Gehen Sie bitte niemals davon aus, dass Sie ein Vorstellungsgespräch und einen Auswahlprozess einfach mal so nebenher schaffen. Eine gründliche Vorbereitung ist Pflicht. Und wenn Sie im Gespräch zu entspannt auftreten, kann es schnell so wirken, als wäre Ihnen die Stelle gleichgültig. Lassen Sie es nicht so weit kommen.

Mich kann nichts mehr überraschen

Sie haben sich bereits auf dutzende Stellen beworben und sind sich sicher, alle Trick und Kniffe zu beherrschen? Erfahrung ist wertvoll, keine Frage, doch darauf sollten Sie sich nicht vollständig verlassen. Trotz aller Erfahrung ist Vorbereitung notwendig und sinnvoll. Und mit neuen Fragen oder Ansätzen sollten Sie ebenfalls rechnen, unterschätzen Sie nicht die Kreativität von Personalern.

Die werden schon erkennen, was ich wert bin

Es gibt genau eine Situation, in der diese Erwartung unproblematisch ist: Das Unternehmen – oder ein Headhunter in dessen Auftrag – ist auf Sie zugekommen. Doch selbst dann müssen Sie im Gespräch aktiv sein und sich von Ihrer besten Seite zeigen. Sich auf Ihren Ruf zu verlassen, ist eindeutig zu riskant.

Wenn ich wichtige Punkte vergesse, wird der Personaler nachfragen

Wenn das Unternehmen daran interessiert ist, Sie einzustellen, kann der Personaler im Gespräch durchaus nachfragen. Doch wenn Sie beispielsweise bereits in der schriftlichen Bewerbung wichtige Punkte vergessen, werden sich die wenigsten Unternehmen bei Ihnen melden. Meist wird Ihre Bewerbung dann einfach aussortiert. Eine vollständige und auf die Stelle zugeschnittene Bewerbung ist daher essentiell.

Thema XY brauche ich nicht vorzubereiten, das umgehe ich im Gespräch einfach

Vorsicht! Auch mit jahrelanger Erfahrung in Gesprächsführung dürfte es Ihnen – bei einem erfahrenen Personaler – nur schwer gelingen, bestimmte Themen komplett zu umschiffen. Sich darauf zu verlassen ist bestenfalls riskant, schlimmstenfalls bedeutet es das Ende des Bewerbungsverfahrens für Sie.

Die haben mich zum Vorstellungsgespräch eingeladen, also wollen sie mich auch einstellen

Viele Bewerber sind oft der Meinung, dass eine Einladung zum Vorstellungsgespräch fast schon automatisch zur Einstellung führt. Das ist definitiv nicht der Fall. Das Vorstellungsgespräch ist zwar wichtig, doch erstens kann es auch schief gehen und zweitens steht danach oft noch eine Probearbeit an. Der neue Job wartet erst danach auf Sie.

Mit meiner Erfahrung muss ich mindestens auf meinem bisherigen Gehaltsniveau einsteigen

Wenn Sie sich ohne Job auf eine Stelle bewerben, müssen Sie mit Gehaltseinbußen – im Vergleich zu Ihrem alten Job – rechnen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie zwar über viel Berufserfahrung, jedoch wenig formale Qualifikationen verfügen. Ein höheres Gehaltsniveau bei einem Jobwechsel ist nur sehr schwer realisierbar.

Quelle karrierebibel.de