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Mittwoch, 2. November 2016

Arbeitszeugnis



Aufbau und Inhalt eines Arbeitszeugnisses
Ein Arbeitszeugnis hat Dokumentencharakter, weshalb es üblicherweise auf Briefpapier des Unternehmens ausgestellt und per Hand unterschrieben wird. Digitale Formen wie PDF oder E-Mail sind nicht zulässig. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, ein Arbeitszeugnis auszustellen, das wohlwollend und wahrheitsgemäß die Leistungen des Arbeitnehmers darstellt.

Ein Arbeitszeugnis darf keinen negativen Eindruck erwecken und muss inhaltlich und formal korrekt sein. Falsche Daten und Rechtschreibfehler müssen korrigiert werden. Üblicherweise sind Arbeitszeugnisse ein bis zwei DIN A4-Seiten lang. Fällt das Zeugnis trotz längerer Betriebszugehörigkeit wesentlich knapper aus, spricht das eher für eine nicht zufrieden stellende Zusammenarbeit.

Eine Verjährungsfrist für die Ausstellung eines Arbeitszeugnisses tritt drei Jahre nach Ende des Arbeitsverhältnisses ein.

Das Arbeitszeugnis darf nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) keine Hinweise auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Religion, Partei oder Ethnie liefern. Die Mitgliedschaft zu einem Betriebsrat oder zu Gewerkschaften dürfen dagegen im Arbeitszeugnis erwähnt werden.

Üblicher Aufbau eines Arbeitszeugnisses
  • Überschrift
  • Beschäftigungsdauer und Stellenbeschreibung
  • Leistungen und Leistungsbeurteilung (Arbeitsbereitschaft, Arbeitsweise, Arbeitsleistung und Arbeitserfolge)
  • ggf. Erwähnung einzelner Projekte oder besonderer Fachkenntnisse
  • Leistungszusammenfassung (Gesamtnote)
  • Beurteilung des Sozialverhaltens
  • Beendigungsformel, in der ausgedrückt wird, auf wessen Initiative hin das Arbeitsverhältnis beendet wurde (auf eigenen Wunsch, betriebsbedingt, in beiderseitigem Einvernehmen)
  • Dank für geleistete Arbeit und Zukunftswünsche

Durch eine unübliche Reihenfolge – etwa, wenn unbedeutende Tätigkeiten zuerst genannt werden – oder durch das Weglassen von Tätigkeiten und Eigenschaften, zu denen üblicherweise Hinweise zu erwarten sind, kommt eine negative Bewertung zum Ausdruck.
Einfaches und qualifiziertes Arbeitszeugnis
Ein einfaches Arbeitszeugnis entspricht einem Tätigkeitsnachweis, bei dem keine Bewertung der Arbeitsleistung vorgenommen wird. Bei einem qualifizierten Arbeitszeugnis werden dagegen Leistung und soziale Kompetenz des Arbeitnehmers bewertet. Es liegt in der Verantwortung des Arbeitnehmers, seinen Arbeitgeber auf die Ausstellung eines qualifizierten Arbeitszeugnisses anzusprechen.
Zwischenzeugnis
Ein Zwischenzeugnis ist ein vorläufiges Arbeitszeugnis. Für Aufbau und Inhalt gelten dieselben Richtlinien wie für ein reguläres Arbeitszeugnis. Der Arbeitgeber muss ein Zwischenzeugnis jedoch nur dann ausstellen, wenn ein triftiger Grund vorliegt. Das kann zum Beispiel ein Abteilungswechsel, ein Wechsel des Vorgesetzten, der Antritt der Elternzeit oder eine Beförderung oder Versetzung sein. Der Grund für die Ausstellung sollte auch im Zwischenzeugnis genannt werden.

Quelle www.meinestadt.de