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Mittwoch, 16. November 2016

Körpersprache: Den Personaler “wortlos überzeugen”


Besonders bei hart umworbenen Stellen kann die falsche Körpersprache zum K.O.- Kriterium werden. Aber wie wichtig sind die Körpersignale?

Psychologischen Studien zufolge entfallen 55 Prozent des ersten persönlichen Eindrucks auf Körpersprache und Gestikulation. Weitere 38 Prozent werden dem Sprechen, etwa der Stimmlage und Artikulation, beigemessen. Der Inhalt des Gesagten hätte demnach nur einen Anteil von sieben Prozent. Nun soll der Bewerber im Vorstellungsgespräch natürlich zu allererst durch seine Qualifikationen und Inhalte glänzen. Und in der Theorie spielen auch nur diese Kriterien bei der Vergabe des Jobs eine Rolle. Die Realität sieht etwas anders aus: Zum einen kommt auf viele Stellen oft mehr als nur ein Bewerber. Sind die fachlichen Qualifikationen sehr ähnlich, ist der persönliche Eindruck dann der ausschlaggebende Punkt. Zum anderen werden die sogenannten Soft Skills für den Arbeitsuchenden immer wichtiger. Viele Unternehmen sehen diese nicht nur als Zusatz, sondern machen unter Umständen an ihnen die Vergabe des Jobs fest. Behauptet ein Bewerber also, stressresistent und konfliktfähig zu sein, kommt dann aber schon bei der ersten kritischen oder unzulässigen Nachfrage ins Schwitzen oder fängt an, nervös auf seinem Sitz herum zu rutschen, dann erweckt er Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit. Es gilt also, ein paar Grundregeln zu beachten.

Die richtige Haltung

In den meisten Vorstellungsgesprächen sitzen Bewerber dem Personaler direkt gegenüber. Zentral ist hierbei, verkrampftes Sitzen zu vermeiden, da dies das Stressempfinden unnötig befördert. Idealerweise hält man den Körper aufrecht und locker, die Schultern gerade und das Kinn leicht erhoben. Die Hände liegen dabei entspannt auf den Sitzlehnen, die Beine sind im besten Fall locker in Richtung des Personaler übereinandergeschlagen. Beachten sollte man dabei zum einen, dass die Haltung nicht zu steif ausfällt, um nicht den Eindruck permanenter Anspannung zu erzeugen. Zum anderen sollte man es vermeiden, sich zu weit vorn auf den Stuhl zu setzen und die Lehnen mit den Händen zu umklammern. Diese Haltung wird sonst als übermäßige Nervosität oder Mangel an Selbstvertrauen interpretiert. Ein weiteres Tabu sind verschränkte Arme und eine breitbeinige, “lümmelnde” Haltung, da dies schnell als Überheblichkeit oder Ablehnung gedeutet werden kann. Sich im Verlauf des Gespräches hin und wieder vorzulehnen, signalisiert dem Gegenüber hingegen Interesse und Aufmerksamkeit. Allerdings sollte man es dabei unterlassen, den Körperschwerpunkt zu sehr nach vorn zu verlagern oder sich gar auf den Tisch zu stützen und damit eventuell das “Revier” des Personaler zu verletzen.

Die richtige Gestik

Prinzipiell gilt: ist es wichtig, öffnende und harmonische Gesten zu verwenden und hektische oder nervöse Bewegungen zu vermeiden. Mit den Fingern auf der Lehne zu trommeln, einem Gegenstand zu spielen oder die Fäuste zu ballen ist ebenso unvorteilhaft wie sich ständig die Haare zurück zu streichen oder an der Kleidung zu zupfen. Gestiken oberhalb der Taille gelten als positiv. Grundsätzlich vermieden werden sollten Bewegungen in Richtung oder gar Berührung der Gesichtspartien. Wer sich ständig an die Nase fasst oder die Brille hochschiebt, signalisiert Unsicherheit und Nervosität. Sich das Kinn zu streicheln kann als Selbstgefälligkeit ausgelegt werden, ein Griff zum Ohrläppchen bedeutet sogar Ablehnung und Geringschätzung. Natürlich kann jedem Menschen einmal die Nase jucken. Ist dies aber nicht der Fall, sollte man die Hände am besten einfach entspannt auf der Stuhllehne zu lassen.

Die richtige Mimik

Seit jeher senden die Augen die wichtigsten und vielsagendsten Signale. Ein freundlicher, offener Blick zeigt Interesse und Sympathie. Starrt man jedoch auf den Boden oder an seinem Gegenüber vorbei, wird dies im besten Fall als Unsicherheit, im schlimmsten Fall als mangelndes Interesse ausgelegt. Auch der Mund verrät einiges. Weder ein schiefes Lächeln noch heruntergezogene Mundwinkel wirken besonders glaubwürdig. Wird gar nur ein Mundwinkel hochgezogen, kann dies sogar als Zynismus oder Arroganz gedeutet werden. Am besten versucht man also gar nicht erst zu schauspielern, da dies meistens nur die Konzentrationsfähigkeit verringert und sich kleine Ungereimtheiten unter Umständen unbemerkt negativ auswirken können. Stattdessen lieber ehrlich Emotionen zu zeigen und auch mal zu lachen, wenn dies angebracht ist, führt wiederum nur selten zu negativen Konsequenzen.

Die richtige Vorbereitung

Bewerber, die für eine Stelle echtes Interesse hegen, stellen sich meist selbst die Weichen für einen gelungenen Auftritt, da ihre Begeisterung oft ganz von selbst in einer lebendigen Gestik und positiven Mimik zum Ausdruck kommt. Ein Bewerber sollte sich daher unbedingt mental auf sein Vorstellungsgespräch vorbereiten. Eine positive Grundhaltung und Vorfreude auf den Termin sorgen automatisch dafür, dass der Körper die richtigen Signale sendet. Zudem schadet es auch nichts, sich mit der passenden Bekleidung auf einen Stuhl vor den Spiegel zu setzen und sich seine Wirkung ein wenig bewusster zu machen. So vorbereitet steht dem neuen Job dann nichts mehr im Wege!

Quelle www.praktika.de