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Montag, 23. Januar 2017

ALLES ÜBER ÜBERSTUNDEN

Darf mein Chef Überstunden anordnen?
Das darf er nur in Einzelfällen und nur wenn im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in einer sogenannten Betriebsvereinbarung Überstunden geregelt sind. Dann steht dort etwa: „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, bei betrieblicher Notwendigkeit auf Anordnung auch Überstunden zu leisten.“ In diesem Fall kann man Extraarbeit nicht verweigern.

Tipp: Fragen Sie beim Betriebsrat nach der entsprechenden Regelung.

Wann darf der Chef Überstunden verlangen?

Nur in begründeten Fällen! Zum Beispiel bei einem neuen Großauftrag oder einem vorübergehenden Personalengpass. Es gibt aber auch generelle Ausnahmen für einzelne Berufe, zum Beispiel Kraftfahrer oder Krankenschwestern.

Gibt es eine Höchstgrenze?

Ja! Der Chef darf die Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden am Tag verlängern. Außerdem muss er innerhalb von sechs Monaten einen Freizeitausgleich gewähren.

Grund: So kommen Sie auf einen Durchschnitt von acht Arbeitsstunden pro Werktag, Ruhezeiten zählen nicht als Arbeitszeit.

Muss ich auch samstags zur Arbeit kommen?

Kommt darauf an, was im Arbeitsvertrag oder einer einschlägigen Betriebsvereinbarung zur Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit geregelt wurde! Der Samstag ist ein Werktag.
Das heißt: Der Betrieb kann verlangen, dass Sie zur Arbeit kommen.

Wie ist Sonntagsarbeit geregelt?
Der Sonntag ist frei! Nur für bestimmte Branchen (z. B. Feuerwehr, Rettungsdienst) gibt es Ausnahmen und entsprechende Zuschläge. Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen in jedem Fall frei bleiben.

Kann ich mich gegen Überstunden wehren?

Ja! Nach zehn Arbeitsstunden am Tag ist Schluss – länger müssen Sie gegen Ihren Willen nicht arbeiten. Auch wenn kein Freizeitausgleich innerhalb von sechs Monaten möglich ist, dürfen Sie Mehrarbeit ablehnen.

Tipp: Notieren Sie sich die Überstunden mit Datum und Zeit. Vor Gericht müssen Sie die Extraarbeit beweisen können!

Darf ich am folgenden Tag später kommen?

Nicht unbedingt! Es gilt: Zwischen Dienstende oder Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen elf Stunden Ruhezeit liegen.

Ohne Extraschichten schaffe ich meine Arbeit nicht – sind das Überstunden?

Wer freiwillig oder ohne Absprache mit dem Vorgesetzten länger arbeitet, macht das auf eigene Verantwortung – es sei denn, der Chef weiß davon und duldet dies. Folge: Der Betrieb muss außer bei Duldung keinen Ausgleich durch Freizeit oder Geld leisten. Wenn Sie Ihr Arbeitspensum dauerhaft nicht schaffen, sollten Sie darüber mit Ihrem Chef sprechen.

Muss mein Arbeitgeber Überstunden bezahlen?

Wenn Sie auf Bitte des Chefs länger gearbeitet haben, zu Mehrarbeit aber nichts im Arbeitsvertrag geregelt wurde, ist der Arbeitgeber zur Bezahlung verpflichtet.
Ist ein fester Lohn für eine bestimmte Arbeitszeit vereinbart, können Sie pro Überstunde den Lohn für eine Arbeitsstunde verlangen. Beispiel: Wenn Sie 2500 Euro bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden verdienen, liegt der Stundenlohn bei 14,43 Euro (2500 Euro : 4,33 Wochen : 40 Stunden).

Aber: Das gilt nicht für leitende Angestellte. Liegt das Jahreseinkommen über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (Westen: 72 600 Euro, Osten: 62 400 Euro), hat man grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Extra-Bezahlung.

Was ist mit einer pauschalen Verrechnung?

In vielen Arbeitsverträgen gibt es Klauseln, dass Überstunden „pauschal abgegolten“ seien – doch nicht alle sind wirksam! Pauschale Überstunden-Abgeltungsklauseln in Standardarbeitsverträgen sind unwirksam. Anders ist es, wenn ein bestimmter Rahmen genannt ist, z. B.: „Mit dem Gehalt sind bis zu 15 Überstunden im Monat mit abgegolten.“

Was gilt bei Teilzeit?

Wer in Teilzeit arbeitet, kann nicht zu Mehrarbeit verpflichtet werden, wenn dies nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde. Grund: Das würde dem Wesen der Teilzeit widersprechen. Mehrarbeit ist nur in besonderen Situationen (z. B. hoher Krankenstand), die der Chef nicht vorhersehen konnte, erlaubt.

Muss ich als Schwangere länger arbeiten, wenn der Chef es verlangt?

Nein! Werdende und stillende Mütter dürfen nicht zu Überstunden (über eine tägliche Arbeitszeit von max. 8,5 Stunden hinaus) verpflichtet werden.

Gibt es für Jugendliche besondere Regeln?

Minderjährige, z. B. Auszubildende, dürfen max. 40 Wochenstunden an fünf Arbeitstagen ran, pro Tag höchstens 8,5 Stunden. Die ununterbrochene tägliche Freizeit muss zwölf Stunden betragen.

Fachliche Beratung: Dr. Oliver Fröhlich, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Kanzlei Ulrich Weber & Partner (Köln)



Quelle:ALLES ÜBER ÜBERSTUNDEN

Darf mein Chef Überstunden anordnen?
Das darf er nur in Einzelfällen und nur wenn im Arbeits- oder Tarifvertrag oder in einer sogenannten Betriebsvereinbarung Überstunden geregelt sind. Dann steht dort etwa: „Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, bei betrieblicher Notwendigkeit auf Anordnung auch Überstunden zu leisten.“ In diesem Fall kann man Extraarbeit nicht verweigern.

Tipp: Fragen Sie beim Betriebsrat nach der entsprechenden Regelung.

Wann darf der Chef Überstunden verlangen?

Nur in begründeten Fällen! Zum Beispiel bei einem neuen Großauftrag oder einem vorübergehenden Personalengpass. Es gibt aber auch generelle Ausnahmen für einzelne Berufe, zum Beispiel Kraftfahrer oder Krankenschwestern.

Gibt es eine Höchstgrenze?

Ja! Der Chef darf die Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden am Tag verlängern. Außerdem muss er innerhalb von sechs Monaten einen Freizeitausgleich gewähren.

Grund: So kommen Sie auf einen Durchschnitt von acht Arbeitsstunden pro Werktag, Ruhezeiten zählen nicht als Arbeitszeit.

Muss ich auch samstags zur Arbeit kommen?

Kommt darauf an, was im Arbeitsvertrag oder einer einschlägigen Betriebsvereinbarung zur Verteilung der wöchentlichen Arbeitszeit geregelt wurde! Der Samstag ist ein Werktag.
Das heißt: Der Betrieb kann verlangen, dass Sie zur Arbeit kommen.

Wie ist Sonntagsarbeit geregelt?
Der Sonntag ist frei! Nur für bestimmte Branchen (z. B. Feuerwehr, Rettungsdienst) gibt es Ausnahmen und entsprechende Zuschläge. Mindestens 15 Sonntage im Jahr müssen in jedem Fall frei bleiben.

Kann ich mich gegen Überstunden wehren?

Ja! Nach zehn Arbeitsstunden am Tag ist Schluss – länger müssen Sie gegen Ihren Willen nicht arbeiten. Auch wenn kein Freizeitausgleich innerhalb von sechs Monaten möglich ist, dürfen Sie Mehrarbeit ablehnen.

Tipp: Notieren Sie sich die Überstunden mit Datum und Zeit. Vor Gericht müssen Sie die Extraarbeit beweisen können!

Darf ich am folgenden Tag später kommen?

Nicht unbedingt! Es gilt: Zwischen Dienstende oder Arbeitsbeginn am nächsten Tag müssen elf Stunden Ruhezeit liegen.

Ohne Extraschichten schaffe ich meine Arbeit nicht – sind das Überstunden?

Wer freiwillig oder ohne Absprache mit dem Vorgesetzten länger arbeitet, macht das auf eigene Verantwortung – es sei denn, der Chef weiß davon und duldet dies. Folge: Der Betrieb muss außer bei Duldung keinen Ausgleich durch Freizeit oder Geld leisten. Wenn Sie Ihr Arbeitspensum dauerhaft nicht schaffen, sollten Sie darüber mit Ihrem Chef sprechen.

Muss mein Arbeitgeber Überstunden bezahlen?

Wenn Sie auf Bitte des Chefs länger gearbeitet haben, zu Mehrarbeit aber nichts im Arbeitsvertrag geregelt wurde, ist der Arbeitgeber zur Bezahlung verpflichtet.
Ist ein fester Lohn für eine bestimmte Arbeitszeit vereinbart, können Sie pro Überstunde den Lohn für eine Arbeitsstunde verlangen. Beispiel: Wenn Sie 2500 Euro bei einer Arbeitszeit von 40 Stunden verdienen, liegt der Stundenlohn bei 14,43 Euro (2500 Euro : 4,33 Wochen : 40 Stunden).

Aber: Das gilt nicht für leitende Angestellte. Liegt das Jahreseinkommen über der sogenannten Beitragsbemessungsgrenze (Westen: 72 600 Euro, Osten: 62 400 Euro), hat man grundsätzlich keinen Anspruch auf eine Extra-Bezahlung.

Was ist mit einer pauschalen Verrechnung?

In vielen Arbeitsverträgen gibt es Klauseln, dass Überstunden „pauschal abgegolten“ seien – doch nicht alle sind wirksam! Pauschale Überstunden-Abgeltungsklauseln in Standardarbeitsverträgen sind unwirksam. Anders ist es, wenn ein bestimmter Rahmen genannt ist, z. B.: „Mit dem Gehalt sind bis zu 15 Überstunden im Monat mit abgegolten.“

Was gilt bei Teilzeit?

Wer in Teilzeit arbeitet, kann nicht zu Mehrarbeit verpflichtet werden, wenn dies nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart wurde. Grund: Das würde dem Wesen der Teilzeit widersprechen. Mehrarbeit ist nur in besonderen Situationen (z. B. hoher Krankenstand), die der Chef nicht vorhersehen konnte, erlaubt.

Muss ich als Schwangere länger arbeiten, wenn der Chef es verlangt?

Nein! Werdende und stillende Mütter dürfen nicht zu Überstunden (über eine tägliche Arbeitszeit von max. 8,5 Stunden hinaus) verpflichtet werden.

Gibt es für Jugendliche besondere Regeln?

Minderjährige, z. B. Auszubildende, dürfen max. 40 Wochenstunden an fünf Arbeitstagen ran, pro Tag höchstens 8,5 Stunden. Die ununterbrochene tägliche Freizeit muss zwölf Stunden betragen.

Fachliche Beratung: Dr. Oliver Fröhlich, Fachanwalt für Arbeitsrecht, Kanzlei Ulrich Weber & Partner (Köln)

Quelle: http://www.bild.de/bild-plus/ratgeber/job-karriere/arbeitsrecht/alles-ueber-ueberstunden-43565076.bild.html vom 27.11.2015