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Dienstag, 14. Februar 2017

Darf ich trotz Krankschreibung arbeiten?

Erkältungszeit: Husten, Halsweh und Schnupfen werden zu altbekannten Begleitern. Viele verkriechen sich nun ins Bett, um wieder gesund zu werden. Dem Arbeitgeber wird eine Krankschreibung vom Arzt vorgelegt. Dort ist das voraussichtliche Enddatum der Krankheit vermerkt.

Viele denken, dass dieses Enddatum bindend für das Kranksein ist und diese Frist einem Beschäftigungsverbot gleicht. Hartnäckig hält sich der Mythos, dass wer trotzdem zur Arbeit geht, seinen Versicherungsschutz verliert. Doch ist das wirklich so? Darauf ein klares „NEIN“.

Bei einem Beschäftigungsverbot ist die Arbeit tatsächlich untersagt. Solche Verbote finden sich im Jugendarbeits- und im Mutterschutzgesetz. Die sogenannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist aber kein Beschäftigungsverbot.
Die vom Arzt ausgestellte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung stellt lediglich fest, dass Sie zum aktuellen Zeitpunkt der Krankschreibung Ihrer jeweiligen Tätigkeit nicht nachgehen können.

Das dürfen Sie während der Krankschreibung:

Einkaufen gehen:
Ausgedehnte Shopping-Touren stehen jetzt nicht auf dem Programm.
Aber selbstverständlich dürfen Sie sich mit Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgen.
Es sei denn, der Arzt hat Ihnen das Aufstehen und Verlassen des Hauses untersagt.

Sport treiben:
Auch wenn Sie krank geschrieben sind, dürfen Sie grundsätzlich Sport treiben.
Sogar Leistungssport kann zulässig sein. Maßgebend ist, dass die sportliche Betätigung Ihre Genesung fördert. So können Schwimmen und Gymnastik bei Rückenbeschwerden helfen, Tennis wird eher schaden.
Tipp: Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt, wenn sie krankgeschrieben Sport treiben wollen. Seine Empfehlung zählt im Zweifelsfall auch vor dem Arbeitsgericht.
Spaziergänge und Bewegung an der frischen Luft sind grundsätzlich gut für Ihre Genesung. Es sei denn, der Arzt hat absolute Bettruhe verordnet.

Verreisen:
Wenn sie der Genesung nicht entgegensteht, ist im Krankenstand auch eine Reise erlaubt.
Achtung: Holen Sie zuvor die Zustimmung Ihres Arbeitgebers ein.
Sind Sie bereits länger als sechs Wochen krank geschrieben, benötigen Sie das Einverständnis Ihrer Krankenkasse. Andernfalls riskieren Sie, dass die Lohnfortzahlung oder die Zahlung des Krankengelds eingestellt wird.

Ausgehen:
Bei Krankheiten wie einer schweren Bronchitis ist ein Kneipenaufenthalt sicherlich nicht gesundheitsfördernd oder gut für die Genesung.
Wem aber keine Bettruhe verordnet wurde, der darf grundsätzlich auch das Kino besuchen oder ins Restaurant gehen.

Das Kind zur Kita bringen:
Arbeitsunfähigkeit bedeutet nicht immer, dass Sie auch bettlägerig sind. Sofern es Ihre Genesung nicht behindert und keine andere Möglichkeit besteht, können Sie Ihr Kind in die Kita bringen.

Auskurieren bei Partner oder Familie
Grundsätzlich dürfen Sie alles tun, was Ihre Genesung nicht behindert. Leben die Lieben in der gleichen Stadt, ist der Ortswechsel sicher auch kein Problem. Schwieriger wird es, wenn Sie durch die Republik reisen müssen. Dann sollte deutlich werden, warum diese Reise erforderlich ist.