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Freitag, 24. März 2017

Arbeitsrecht Wie viel Schönfärben ist erlaubt im Lebenslauf?



Natürlich soll ein Lebenslauf den Bewerber ins beste Licht rücken - doch wo beginnt die unzulässige Täuschung des potenziellen Arbeitgebers?


Vorstellungsgespräch Dürfen Sie bei diesen Fragen lügen? 


Ein fingierter Lebenslauf ist gefährlich - bei der schriftlichen Bewerbung sollte man immer bei der Wahrheit bleiben. Im Vorstellungsgespräch allerdings gibt es Situationen, in denen Bewerber lügen dürfen. Kennen Sie sich aus im Arbeitsrecht? Machen Sie den Test.

Wie viel Euphemismus und Schönfärberei ist im Lebenslauf erlaubt? Wo beginnt das Schummeln? Wann wird der frisierte CV (englische Abkürzung, Curriculum vitae) gar strafrechtlich relevant? Die wichtigsten Informationen im Überblick:


Ist es nicht der Sinn eines Lebenslaufs, sich besonders gut zu verkaufen?


Natürlich verfolgt eine Bewerbung, deren Teil ein Lebenslauf in der Regel ist, vor allem ein Ziel: Darstellen, warum der Bewerber bestens für einen bestimmten Job geeignet ist. Selbstverständlich ist es legitim, den Fokus auf Stärken und Erfahrungen zu legen - und bisherige Positionen und Verdienste heranzuziehen, um diese zu belegen. Dabei gibt es einen Spielraum, der genutzt werden darf und sollte. So kann ein Werkstudentenjob durchaus als "eigenverantwortliche Tätigkeit in einem internationalen Team" bezeichnet werden - selbst wenn der meiste Teil der Zeit fürs Abheften von Unterlagen und Kaffeepausen mit der spanischen Kollegin draufgegangen ist.


Wo fängt das Schummeln an?


Juristisch ist immer dann von einer Lüge die Rede, wenn bewusst ein Sachverhalt vorgetäuscht wird, der beim Gegenüber einen falschen Eindruck hervorrufen soll. Einfacher gesagt: Wenn eine Aussage im Lebenslauf beim besten Willen an der Realität vorbeigeht.

Im Bewerbungsgespräch hingegen sind Lügen unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Das ist dann der Fall, wenn der potenzielle Arbeitgeber unzulässige Fragen stellt, zum Beispiel nach dem Kinderwunsch einer Bewerberin.


Auftreten im Vorstellungsgespräch Körpersprache, die alte Verräterin


Was Sie denken und wie Sie sich fühlen, brauchen Sie oft gar nicht auszusprechen. Man sieht es Ihnen an. Tipps fürs nächste Vorstellungsgespräch.


Was passiert, wenn mir mein Arbeitgeber auf die Schliche kommt?


Das kommt drauf an. Entpuppen sich die "guten Spanisch-Kenntnisse" als durchaus ausbaufähig oder stellt sich zufällig heraus, dass sich die "Führungserfahrung" des Mitarbeiters lediglich auf Praktikanten erstreckte, werden die meisten Unternehmen nicht begeistert sein. In der Regel wird in solchen Fällen jedoch ein Auge zugedrückt.

Wenn es hingegen um Angaben geht, die für die grundsätzliche Eignung relevant sind, sieht die Sache anders aus. Wer zum Beispiel im Hinblick auf die Fahrerlaubnis, Nebenbeschäftigungen oder wichtige Qualifikationen schummelt, riskiert Schadenersatzforderungen und die Kündigung.


Quelle: frei nach Sarah Schmidt http://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitsrecht-wie-viel-schoenfaerben-ist-erlaubt-im-lebenslauf-1.2688116, 12. Oktober 2015