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Montag, 6. März 2017

Kreative Bewerbung: 7 kleine Tricks, die jeden Personaler verblüffen


Warum eine kreative Bewerbung sinnvoll ist
Beginnen wir mit einer kleinen Schätzfrage, lieber Bewerber: Wie lange, glaubst du, nehmen sich Personaler Zeit für die Sichtung deiner Bewerbung? 20, zehn oder fünf Minuten? Alles falsch. Deutlich weniger!
Im Durchschnitt sind es gerade mal 60 bis 120 Sekunden, wie eine Umfrage des Institute for Competive Recruiting unter mehr als 250 Personalern ergab. Die Zahlen zeigen: Für Bewerber ist es enorm wichtig, aus der Masse an Bewerbungen herauszustechen.
Innerhalb weniger Sekunden gilt es zu überzeugen. Selbst wer über das passende Profil verfügt, Berufserfahrung vorweisen kann und mehrere Jahre im Ausland gewesen ist, hat die Einladung zum Vorstellungsgespräch noch lange nicht sicher. Entscheidend ist vor allem die Kreativität, die man als Bewerber bei der Formulierung und Gestaltung der Bewerbungsmappe an den Tag legt. Wie das funktioniert? Wir haben sieben nützliche Tipps zusammengetragen.

1. Schreib auf, was du NICHT kannst

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns in der Bewerbung nur von unserer Schokoladenseite zeigen wollen. Kein Wunder Karriereberater predigen schließlich immer wieder, im Lebenslauf ausschließlich die fachlichen wie persönlichen Stärken in den Vordergrund zu stellen. Statt „Ich bekomme keinen geraden Satz auf Englisch raus“ schreiben wir brav „Ich verfüge über gute Englischkenntnisse“. Nur: Platz für Schwächen, Mut und Ehrlichkeit ist da kaum.
Gerade die Angabe von Schwächen kann aber manchmal das entscheidende Salz in der Suppe sein. Zusammen mit einem Klienten, einem kaufmännischen Leiter Mitte 40, wurde ein Experiment durchgeführt: Die im Lebenslauf dargestellte Rubrik „Was ich kann“, in der er seine Stärken aufzählte, wurde vom Bewerber zusätzlich um den Abschnitt „Was ich nicht kann“ ergänzt. „Selbstdarstellerisch präsentieren, programmieren, verhandlungssicher Französisch sprechen“, gab er dort an.
Das Ergebnis: Rund 25 Prozent der insgesamt 50 adressierten Personaler luden den Klienten von Hofer zum Vorstellungsgespräch ein. Im Vergleich mehr als bei klassischen Bewerbungen mit der alleinigen Angabe von Stärken (15 bis 20 Prozent). Zudem habe es im späteren Gespräch durchweg positive Reaktionen gegeben, „Die Personaler waren über so viel Ehrlichkeit überrascht.“

2. Setze Cliffhanger im Anschreiben ein

Cliffhanger kennen wir normalerweise aus Kriminalromanen oder journalistischen Online-Artikeln: Mit ein oder zwei kurzen, aber knackigen Sätzen wecken wir die Neugier beim Leser und nötigen ihn quasi dazu, umzublättern. Aber in einer Bewerbung? Was hat der Unfug dort bitte verloren? Immerhin wird uns immer wieder vorgebetet, uns an formale Standards und eine für jeden verständliche, sachlich korrekte Schreibweise halten zu müssen.
Dabei lassen sich Personaler mit Cliffhanger garantiert verblüffen. Wie wäre es mit: „Sie möchten lesen, wie ich mein China-Projekt in einer kritischen Phase doch noch zum Erfolg gelenkt habe? In meiner anhängenden Projektliste erfahren Sie mehr.“ Der Clou: Vor allem im Anschreiben, wo auf wenig Platz möglichst viel Informationen untergebracht werden müssen, kann das Gold wert sein. Zudem stärkt man so sein Profil und macht Lust auf mehr.

3. Beginne mit einem furiosen ersten Satz

Auch sonst kann man sich in der Bewerbung prima an journalistischen Handwerkszeugen bedienen. Idealerweise gleich im ersten Satz des Anschreibens: Schon der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider sagte: Beginne furios!
Statt den Personaler mit ausgelutschten Floskeln wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige im Wittlager Kreisblatt gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich um eine Stelle als Schlafforscher“ zu torpedieren, sollte man lieber direkt mit der Tür ins Haus fallen: Mach sofort deutlich, dass du dich über das Unternehmen informiert hast und überzeugt bist, genau auf diese eine Stelle zu passen!
Ein tolles Beispiel liefert Nora Feist von der PR-Agentur Mashup Communications: Auf eine Stellenausschreibung antwortete eine Bewerberin im ersten Satz des Anschreibens so: „Facebook-Junkie? Head of Headlines? Social-Media-Addict? Bingo! Begeisterungsfähig und neugierig wie ich bin, fühle ich mich vom innovativen und wegweisenden Profil von Mashup magisch angezogen und bin hochmotiviert, ein Teil Ihres Teams zu werden.“ Ach ja: Wichtig ist natürlich, dass du bei allem authentisch bleibst und deine in der Bewerbung präsentierte Motivation auch überzeugend im Vorstellungsgespräch untermauern kannst.

4. Nutze eine horizontale Timeline als Lebenslauf

Eine verblüffende Bewerbung geht natürlich auch über Cliffhanger und furiose erste Sätze hinaus. Insbesondere der sonst so standardisierte Lebenslauf bietet viele Möglichkeiten zur kreativen Gestaltung. Statt einer schlichten Tabelle kann man das persönliche Profil zum Beispiel mit Hilfe einer Infografik optisch aufpeppen.
Der Dienst „http://resumup.com“ verwandelt den Lebenslauf in einen horizontalen Zeitstrahl. Einmal mit dem Facebook- oder LinkedIn-Account verknüpft, werden die einzelnen Stationen und Fähigkeiten als bunte Balken illustriert. Gerade in der Kreativbranche lassen sich so Pluspunkte sammeln.

5. Verpasse Dir einen eigenen Slogan

Bewerben ist Werben lautet ein unter Karriereberatern verbreiteter Leitsatz. Und das stimmt: Immerhin will man den künftigen Arbeitgeber bestmöglich davon überzeugen, nur die eigene und keine andere Arbeitskraft für die ausgeschriebene Stelle zu bezahlen. Insofern sollten Bewerber nicht davor zurückschrecken, sich in der Bewerbungsmappe als Personenmarke zu präsentieren – mit entsprechendem Slogan.
Warum? Weil Dreiklänge wie „Freude am Fahren“, "Vorsprung durch Technik" oder „Nichts ist unmöglich“ jedem von uns im Gedächtnis geblieben sind. Diesen Trick können sich auch Bewerber zunutze machen. Der Slogan muss widerspiegeln, was du als Bewerber zu verkaufen hast und was du dem Unternehmen bieten kannst.
Er sollte einprägsam, aber keineswegs abgehoben klingen. Beispiele gefällig? „Koch – Hausmannskost – kostenbewusst“, „Chef de Rang – Mise-en-Place-Arbeiten und Bedienung – freundlich und taktvoll“, „Leiter Kommunikation – Fachbereich Medizin – sofort verfügbar“ oder „Macher, Leitwolf, Mensch“. Idealerweise platzieren Bewerber den Slogan optisch ansprechend auf dem Deckblatt, und zwar direkt neben einem schicken Foto. Wichtig ist natürlich, dass man die kommunizierten Werte auch vertritt und verkaufen kann.

6. Gestalte die Bewerbung nach dem Corporate Design

Als Brian Chesky, Gründer und CEO von Airbnb die Bewerbung von Nina Mufleh zu Gesicht bekam, kannte seine Begeisterung keine Grenzen. Die Bewerberin hatte sich initiativ für einen Job bei Airbnb beworben und dazu einen Online-Lebenslauf veröffentlicht, der optisch an die Airbnb-Nutzerprofile erinnerte. Dort erklärte sie bis ins kleinste Detail, warum sie für das Zimmervermittlungsportal arbeiten möchte und sollte.
Natürlich muss jetzt nicht jeder eine derart aufwendige Website programmieren. Manchmal genügt es schon, die Bewerbung einfach an das entsprechende Corporate Design anzupassen. Ein Freund  bewarb sich kürzlich bei einem Marktforschungsunternehmen und orientierte sich bei der Gestaltung von Deckblatt, Lebenslauf und Anschreiben an der Website des Unternehmens. Die Unternehmensfarben und Teile der Typografie wurden übernommen und sogar der Slogan auf die eigene Person zugeschnitten. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch hat er bekommen.

7. Reiche ein Vorab-Projekt beim Wunscharbeitgeber ein

Mit einer Initiativbewerbung lässt sich oft schon viel Aufmerksamkeit erregen – das ist jedoch nichts im Vergleich zur Vorgehensweise von Raghav Haran. Der selbsternannte Karrierecoach aus den USA geht davon aus, dass Bewerber grundsätzlich jeden Job bekommen können, auch wenn sie auf den ersten Blick nicht dafür geeignet scheinen. Sein Tipp: Anstatt sich mit seitenlangen Bewerbungsunterlagen um ein Vorstellungsgespräch zu bemühen, sollten Bewerber ein eigenes Projekt passend zur ausgeschriebenen Stelle einreichen.
Ein solches „Pre-Interview-Project“ könnte beispielsweise so aussehen: Wer sich für eine Stelle als Vertriebsmitarbeiter bewirbt, könnte einige der Produkte des Unternehmens in Eigenregie verkaufen und die Erfolge inklusive der zugrundeliegenden Marketing-Strategie in einem Dokument festhalten. Bei einer Stelle im Designbereich könnte der Bewerber vorab einige Konzeptzeichnungen anfertigen und erklären, wie er darauf gekommen ist.  „Do the job before you get the job“, fasst Haran die ausführlich beschriebene Idee zusammen.


Quelle: http://t3n.de/news/kreative-bewerbung-2-661757/  (Bearbeitet, also nicht im original)