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Dienstag, 21. März 2017

Schufa Auskunft



Sie sind nicht mehr kreditwürdig und wissen nicht genau warum?! Einmal pro Jahr müssten Ihnen die Wirtschaftsauskunfteien kostenlos mitteilen, welche Daten über Sie gesammelt wurden. Wie Sie Einblick in Ihre Daten bekommen und weitere Informationen lesen Sie hier:

Viele Verbraucher, die schon einmal einen Kredit aufgenommen haben oder die sich bei einem Kreditanbieter nach den Konditionen für einen Ratenkredit erkundigt haben, haben schon etwas von der Schufa gehört. Doch auch beim Abschluss eines Handyvertrages, vor dem Unterschreiben eines Mietvertrages oder in bestimmten Branchen auch vor Abschluss eines Arbeitsvertrages wird häufig eine Schufa-Auskunft eingeholt. Doch was ist eine Schufa-Auskunft eigentlich und welche Auswirkungen hat sie?

Der Name Schufa ist nur eine Abkürzung und steht für Schutzgemeinschaft für ­Allgemeine Kreditsicherung. Die Schufa hat ihren Hauptsitz in Wiesbaden. Bei der Schufa handelt es sich um eine Auskunftei, die sich auf wirtschaftliche Daten spezialisiert hat. Die Betreiber der Schufa sind Kreditinstitute, Handyanbieter sowie weitere Unternehmen, die Kredite vergeben. Durch das Sammeln von Wirtschaftsdaten und die Auskünfte an die anfragenden Mitglieder sollen die Vertragspartner der Schufa davor geschützt werden, Kredite zu vergeben, die eventuell nicht zurückgezahlt werden. Dadurch, dass die Schufa die wirtschaftlichen Daten von etwa drei Vierteln der deutschen Bundesbürger gesammelt hat, ist sie in der Lage, ihren Vertragspartnern genaue Auskünfte über den Antragsteller für einen Kredit zu geben. Allerdings darf ein Kreditgeber nur dann eine Schufa-Auskunft einholen, wenn der Kreditnehmer ausdrücklich damit einverstanden ist. Ebenso dürfen die Daten des Kunden nur dann an die Schufa weitergegeben werden, wenn der Kreditnehmer der sogenannten Schufa-Klausel in dem Vertrag zugestimmt hat.

Warum Kreditgeber eine Schufa-Auskunft einholen

Jeder Kreditgeber geht ein Risiko ein, wenn er einen Kredit vergibt. Das Risiko umfasst nicht nur die eigentliche Kreditsumme, die eventuell nicht zurückgezahlt wird. Das Kreditinstitut rechnet außerdem mit den Zinsen und den Bearbeitungsgebühren, die es für den Kredit erhält. Zinsen und Bearbeitungsgebühren stellen einen Erlös für die Bank dar, den sie mit jedem Geschäft erzielen möchte. Das gilt zum Beispiel auch für Handyanbieter oder für Vermieter, die ebenfalls darauf angewiesen sind, dass ihre Kunden die Rechnungen beziehungsweise die Miete pünktlich bezahlen.

Darum versuchen die Kreditgeber, Informationen über das bisherige Verhalten des Antragstellers in finanziellen Dingen zu erhalten. Aus diesem Grund werden Anträge für Kredite und für Verträge an die Schufa gemeldet, ebenso wie ihre ordnungsgemäße Rückzahlung. Aber auch Unregelmäßigkeiten bei der Rückzahlung finden einen Eintrag bei der Schufa. Es ist aber wichtig, zu wissen, dass niemals die Schufa die Entscheidung trifft, ob ein Kreditnehmer einen Kredit erhält oder nicht. Diese Entscheidung trifft immer der Kreditgeber, der sich durch die Schufa-Auskunft nur Unterstützung bei seiner Entscheidung holt.

Kredite ohne Schufa

Manche Kreditgeber verzichten auf die Schufa-Auskunft, weil sie aufgrund anderer Kriterien über eine Kreditvergabe entscheiden. So ist es einigen Kreditgebern wichtiger, dass der Kreditnehmer über ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen verfügt. Auch wenn der Kreditnehmer Sicherheiten für den Kredit stellen kann, zum Beispiel in Form von Bankguthaben, eines Grundstückes, einer Immobilie, eines Fahrzeugs oder in Form von anderen Wertgegenständen, wie beispielsweise Schmuck oder Gemälden, reicht dies einigen Kreditgebern aus. Meist handelt es sich um Banken oder institutionelle Kreditgeber, die ihren Geschäftssitz im Ausland haben. Diese Kreditinstitute sind keine Geschäftspartner der deutschen Schufa und sie stellen daher auch keine Schufa-Anfrage, bevor sie einen Kredit an einen deutschen Kreditnehmer vergeben. Häufig haben diese ausländischen Kreditgeber ihren Geschäftssitz in der Schweiz, weshalb man bei einem Kredit ohne Schufa auch oft von einem Schweizer Kredit spricht.

Eine andere Möglichkeit, einen Kredit ohne Schufa zu erhalten, ist ein Kredit von einer Privatperson. Da die meisten Menschen keine Schulden bei ihren Verwandten, Freunden oder Bekannten machen möchten, bietet sich ein Kredit aus dem Internet an, bei dem Privatpersonen die Kreditgeber sind. Auch bei diesen Krediten von Privatpersonen erfolgt keine Schufa-Anfrage, sondern die Kreditgeber verlassen sich auf die Angaben zur Rückzahlung, die der Kreditnehmer in seinem Kreditantrag gemacht hat. Je besser der Antragsteller begründet, warum er das Darlehen benötigt und wie er es zurückzahlen wird, umso mehr private Kreditgeber finden sich und die Kreditsumme ist schnell erreicht.

Diese Daten der Verbraucher speichert die Schufa

Zunächst einmal speichert die Schufa die persönlichen Daten der Kunden, die ihr von den Vertragspartnern gemeldet werden. Zu diesen persönlichen Daten gehören die Kontaktdaten des Kunden, also der Name, der Vorname oder die Vornamen, falls vorhanden der Geburtsname, das Geburtsdatum, das Geschlecht und in den meisten Fällen auch der Geburtsort. Außerdem werden die aktuelle Adresse und die früheren Anschriften der letzten drei Jahre gespeichert. Weitere Daten, die der jeweilige Geschäftspartner an die Schufa meldet, sind die Art des Geschäfts mit allen relevanten Einzelheiten.

Dazu gehören bei einem Kredit zum Beispiel die Höhe der Kreditsumme und die Laufzeit des Kredites. Aber auch andere Angaben über den Kunden werden gespeichert, wie zum Beispiel die Konten, die der Kunde führt. Dabei wird zwischen einem Girokonto und einem Pfändungsschutzkonto unterschieden. Die Schufa vermerkt außerdem, ob der Kunde eine Kreditkarte besitzt und wer der Herausgeber der Kreditkarte ist. Auch wenn ein Handyvertrag abgeschlossen wird und dadurch ein Telekommunikationskonto eingerichtet wird, findet sich dieser Eintrag in der Schufa. Außerdem wird über den Kunden vermerkt, ob er ein Kundenkonto bei einem Versandhaus oder bei einem Onlinehändler unterhält. Es gibt aber auch einige wirtschaftliche Daten, die die Schufa nicht speichert. Dazu gehören zum Beispiel die Höhe des Einkommens des Kunden oder der aktuelle Kontostand seines Girokontos oder seines Kreditkartenkontos.

Positive und negative Schufa-Einträge

Bei den Einträgen unterscheidet die Schufa zwischen positiven und negativen Einträgen. Zu den positiven Informationen zählen alle Angaben über ein vertragsgemäßes Verhalten des Kunden. Dazu zählen zum Beispiel die ordnungsgemäße Rückzahlung eines Kredites, das vertragsgemäße Führen eines Girokontos, die Nutzung von Kreditkarten ohne Auffälligkeiten, Handyverträge, die nicht vorzeitig durch den Handyanbieter gekündigt werden, sondern bis zum Ende der regulären Laufzeit geführt werden oder Konten bei einem Versandhaus oder bei einem Onlinehändler. Diese sogenannten positiven Merkmale zeigen dem Anfragesteller, dass es sich um einen vertrauenswürdigen Kunden handelt, mit dem auch andere Kreditanbieter Geschäfte gemacht haben oder machen.

Die negativen Schufa-Einträge hingegen zeigen, dass der Kunde schon einmal Probleme bei der Rückzahlung eines Darlehens oder bei der Kontoführung hatte. Zu den negativen Informationen gehört beispielsweise ein Kredit, der von der Bank gekündigt wurde. Auch Mahnungen, zum Beispiel für eine nicht bezahlte Rechnung, werden bei der Schufa vermerkt, sobald der Gläubiger das gesetzliche Mahnverfahren eingehalten hat und der Schuldner die Forderung nicht bestritten hat. Wurden Konten missbräuchlich verwendet oder Kreditkarten trotz eines Nutzungsverbotes weiter eingesetzt, stellen diese Tatbestände ebenfalls Negativmerkmale in der Schufa-Auskunft dar.

Außerdem erhält die Schufa Informationen aus öffentlichen Verzeichnissen oder amtlichen Bekanntmachungen, wie zum Beispiel dem Schuldnerverzeichnis. Zu diesen Informationen ­zählen eine eidesstattliche Versicherung oder ­ein Haftbefehl zur Erzwingung der eidesstattlichen Versicherung. Auch eine Privatinsolvenz oder die Abweisung oder Einstellung des Insolvenzverfahrens für private Verbraucher mangels Masse sind negative Einträge bei der Schufa.

Selbstauskunft

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Verbraucher erfahren können, welche Daten die Schufa über sie gespeichert hat. So hat zum Beispiel jeder Kunde das Recht, einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft zu erhalten. Diese Selbstauskunft heißt bei der Schufa Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz. In der Eigenauskunft stehen alle Daten, die die Schufa über den Verbraucher gespeichert hat. Außerdem sieht der Kunde, wer die Daten an die Schufa gemeldet hat und an wen Auskünfte erteilt wurden.

Die Datenübersicht kann schriftlich mit einem Antragsformular bestellt werden. Das Formular findet man zum Beispiel im Internet auf der Seite www.meineschufa.de. Das ausgefüllte Formular muss zusammen mit einer Kopie des Personalausweises per Post an die Schufa geschickt werden. Der Verbraucher erhält dann ebenfalls per Post nach einigen Wochen die Selbstauskunft zugeschickt. Wer ­einen online Zugang zu seinen Schufa-Daten bevorzugt, muss einmalig eine Gebühr von 18,50 Euro bezahlen, die von seinem Bankkonto abgebucht wird. Danach erfolgt eine Identifizierung des Verbrauchers über das Postidentverfahren. Anschließend können die gespeicherten Daten jederzeit online abgefragt werden. In den ersten 100 Tagen nach der Anmeldung erhält der Kunde außerdem eine automatische Nachricht, wenn Anfragen zu seinen Daten gestellt wurden oder sich etwas an seinen Daten ändert. Soll dieses automatische Update auch nach den ersten 100 Tagen erfolgen, beträgt die Gebühr für diesen Service 39,90 Euro im Jahr.

Eine weitere Auskunft, die Verbraucher gegen Gebühr von der Schufa erhalten können, ist die Bonitätsauskunft. Diese Auskunft besteht aus zwei Teilen. In dem einen Teil erfährt der Kunde genau, welche Daten über ihn gespeichert sind. In dem zweiten Teil sind nicht alle Daten aufgeführt, sondern nur solche Informationen, die benötigt werden, um ein Vertrauensverhältnis zu einem Geschäftspartner aufzubauen. Solch eine Auskunft wird zum Beispiel beantragt, um sie seinem Vermieter oder seinem Arbeitgeber vorzulegen. Auch die Bonitätsauskunft kostet 18,50 Euro.

Was tun bei fehlerhaften Daten in der Schufa-Auskunft?

Sobald ein Verbraucher seine Eigenauskunft von der Schufa erhält oder für den online Zugriff freigeschaltet wird, sollte er die eingetragenen Daten sehr sorgfältig überprüfen. Das gilt sowohl für die Vollständigkeit der Informationen als auch für ihre Korrektheit. Sobald der Kunde feststellt, dass fehlerhafte oder unvollständige Daten über ihn bestehen, sollte er mit der Schufa Kontakt aufnehmen. Die Kontaktaufnahme ist entweder per Telefon oder schriftlich möglich. Der Verbraucher sollte genau angeben, welche Daten nicht korrekt angegeben sind und daher geändert oder gelöscht werden müssen. Falls es Unterlagen, Dokumente oder Belege dafür gibt, dass ein Schufa-Eintrag nicht richtig ist, kann der Kunde Kopien dieser Unterlagen zusammen mit seinem Widerspruch an die Schufa schicken. Das erleichtert die Überprüfung der fehlerhaften Informationen und die Berichtigung erfolgt umso schneller.

Um zu wissen, ob ein Schufa-Eintrag berechtigt ist oder nicht, ist es von Vorteil, die Fristen zu kennen, innerhalb derer Schufa-Einträge gelöscht werden. Dazu gibt es bei der Schufa verschiedene Kriterien, nach denen eine Löschung erfolgt. So werden zum Beispiel Girokonten, Kreditkarten, Konten bei einem Versandhaus oder bei einem Onlinehändler sofort gelöscht, nachdem der Kontoinhaber eines dieser Konten gekündigt hat. Auch Forderungen, für die es keinen vollstreckbaren Titel gab und deren Betrag bei ­unter 1.000,00 Euro lag, werden sofort aus der Schufa gelöscht, falls der Schuldner die angemahnte Forderung innerhalb eines Monats bezahlt hat. Wird ein Kredit dagegen ordnungsgemäß zurückgezahlt, so erfolgt die Löschung drei Jahre nach Zahlung der letzten Rate. Die Löschung erfolgt am Ende des dritten Kalenderjahres. Ebenfalls nach drei Jahren werden alle Geschäftsbeziehungen gelöscht, die nicht vertragsgemäß abgewickelt wurden. Auch Forderungen, bei denen der Gläubiger einen Vollstreckungstitel erwirkt hat, um sein Geld zurückzuerhalten, wie zum Beispiel eine Pfändung oder eine Zwangsvollstreckung, werden drei Jahre nach Rückzahlung der Forderung aus der Schufa gelöscht. Die Frist von drei Jahren gilt auch für alle Informationen, die die Schufa aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte erhalten hat.

Anders sieht es dagegen bei einer eidesstattlichen Versicherung oder bei einem Haftbefehl zur Erzwingung einer eidesstattlichen Versicherung aus. Sobald das zuständige Amtsgericht der Schufa mitteilt, dass diese Eintragungen erledigt sind, kann eine sofortige Löschung ohne Wartezeit erfolgen. Die längste Zeit bleibt der Eintrag über eine Privatinsolvenz in der Schufa erhalten. Bei einer Privatinsolvenz wird der Schuldner nach Ablauf von sechs Jahren von seinen Schulden befreit, wenn er sich in dieser Zeit wohl verhalten hat. Man spricht deshalb auch von der Wohlverhaltensphase. Wenn der Schuldner nach Ablauf dieser Periode von seinen Schulden befreit ist, bleibt der Eintrag weitere drei Jahre in der Schufa bestehen, bevor eine endgültige Löschung erfolgt. So kommt es zu einer Dauer von insgesamt neun Jahren, die eine Privatinsolvenz in der Schufa eingetragen ist.

Quelle: www.crediro.de