Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Montag, 27. März 2017

Soziale-Phobie-Angst-Panik-vor-Menschen



Fast jeder zehnte Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer sogenannten Sozialen Phobie und muss sich mit dem Thema auseinandersetzen. Leider werden diese Leiden von vielen Menschen als merkwürdig, mitunter sogar peinlich und im schlimmsten Fall als lächerlich empfunden, was den Betroffenen ein schlechtes Gefühl vermittelt und ihre Ängste noch weiter schürt. In der Öffentlichkeit zeigt sich das Verhalten der Betroffenen oftmals durch ein Zittern, heftiges Schwitzen oder einem Erröten bei Kontakt zu anderen Menschen. Soziale Phobien gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen unserer Gesellschaft und Frauen sind dabei eineinhalb Mal so häufig betroffen wie Männer...


Definition der sozialen Phobie

Soziale-Phobie-Zittern-Handschlag-AngstUnter dem Begriff "Soziale Phobie" wird der Angstzustand von Menschen zusammengefasst, die sich davor fürchten von anderen Menschen als lächerlich, peinlich und merkwürdig empfunden zu werden.


Durch diese Angst passen sie ihr Verhalten in der Öffentlichkeit an und passen empfindlich darauf auf, wie sie sich beim Reden, Gehen oder Essen präsentieren. Darüber hinaus kommt es immer wieder zu den erwähnten Angstausbrüchen in Form von erhöhter Schweißbildung oder einem starken Zittern.


Ihre Angst selbst bezieht sich oftmals auf Situationen, in denen andere Menschen sie potentiell bewerten oder beobachten könnten. Dies fällt zum Beispiel bei Prüfungen auf, aber auch beim einfachen Essen in der Mittagspause oder beim Gehen in der Fußgängerzone können diese Ängste ausbrechen.

Einige betroffene Personen haben auch ein großes Problem damit mit anderen Menschen zu kommunizieren: Die Kontaktaufnahme mit anderen Personen ist für sie bereits sehr schwierig. Vor allem der Umgang mit Vertretern des anderen Geschlechts oder Situationen, in denen sie auf Autoritätspersonen treffen, sorgen für ein Unwohlsein und können zum Auslösen der Angstzustände führen.


Dabei reagiert jeder Betroffene anders auf eine Panikattacke und in den meisten Fällen sind körperliche Reaktionen zu spüren. Dazu zählt...


-ein sehr starkes Herzklopfen oder eine Muskelanspannung,

-aber auch Durchfall und Übelkeit können die Folge der Angst sein.


Diese sozialen Phobien bestimmen dann auch das komplette Sozialleben der Betroffenen und so haben diese Betroffenen nicht selten Probleme damit einen Partner zu finden oder den eigenen Beruf auszuüben, obwohl fachlich keine Schwierigkeiten bestehen und entsprechende Qualifikationen vorhanden sind.


Formen und Verläufe der sozialen Phobie

Gerade bei erwachsenen Personen ist es sehr unwahrscheinlich, dass eine vorhanden soziale Phobie von alleine wieder verschwindet. Stattdessen sollten die Beschwerden mit einem Therapeuten zusammen behandelt werden, denn eine fachgerechte Behandlung führt in den meisten Fällen zu einer Heilung.


Darüber hinaus haben Personen, die von der sozialen Phobie betroffen sind, oftmals zusätzliche psychische Erkrankungen, zu denen unter anderem Depressionen zählen können. Aber auch andere Angsterkrankungen, Abhängigkeitserkrankungen und somatoforme Störungen, also unklare körperliche Beschwerden, sind häufig anzutreffen. Dabei ist die soziale Phobie oftmals der Einstieg in weitere Erkrankungen und kann dann in ihrer unbehandelten Form zu Depressionen oder Drogenmissbrauch in jeglicher Form führen.

Aus diesem Grund ist das frühe Erkennen der psychischen Erkrankung sinnvoll. Wer nicht genau weiß, ob er vielleicht unter einer sozialen Phobie leidet, kann ganz unverbindlich einen Facharzt oder Psychotherapeuten aufsuchen und sich dort in einem ersten Gespräch beraten lassen.

Dabei werden zunächst Fragen zu den vorhanden Beschwerden gestellt, aber auch der allgemeine Gesundheitszustand oder körperliche Erkrankungen werden in diesem Gespräch erwähnt. Psychologen besitzen entsprechende Fragebögen, die dabei helfen die Krankheitssymptome zu erkennen und den Grad der Erkrankung feststellen zu können. Außerdem wird auch nach weiteren psychischen Erkrankungen gesucht, die sich im Zuge der sozialen Phobie entwickelt haben können.


Die Entstehung von sozialen Phobien

Es gibt eine große Anzahl an Gründen, warum eine soziale Phobie entstehen kann: Dies beginnt bereits bei den genetischen Anlagen und wenn zum Beispiel die Eltern oder Großeltern mit diesen Problemen zu kämpfen hatten, so ist eine Weitervererbung durchaus möglich.

Aber auch Persönlichkeitsmerkmale, die sich in den Kindertagen manifestieren, können einen ersten Grundstein legen. Dazu zählen zum Beispiel Schüchternheit oder das Angst vor neuen Dingen oder in unvertrauten Situationen. Klassischer Weise sind jedoch auch überhöhte oder unrealistische Erwartungen an die eigenen Leistungen und ein negatives Selbstbild ein Auslöser für die Erkrankung.


Sollten die ersten Panikattacken und Angstausbrüche stattfinden, so konzentrieren sich die Betroffenen oftmals auf die körperlichen Symptome wie zum Beispiel das Zittern oder Erröten und können dadurch genau diese Symptome noch verschlimmern.


Auch der Erziehungsstil der Eltern kann eine sehr wichtige Rolle spielen, denn ein Elternhaus, in dem besonders kontrolliert und überbehütet wird und die emotionale Komponente vermissen lässt, kann die Krankheit auch auslösen. Auch Mobbing führt zu sozialen Phobien und wer regelmäßig ausgelacht, ausgeschlossen oder gedemütigt wurde, der hat im späteren Leben nicht selten Probleme mit sozialen Kontakten oder einer Interaktion in der Öffentlichkeit.


Häufig führen auch traumatische Erlebnisse wie der Tod einer geliebten Person oder eine schlimme Trennung vom Partner dazu, dass die Krankheit ausbricht und sich manifestieren kann.


Die Behandlung von sozialen Phobien

Es gibt verschiedene Methoden, mit denen eine soziale Phobie behandelt werden kann:

In der Regel werden dabei entweder kognitive Verhaltenstherapien in Form der Psychotherapie eingesetzt oder es wird auf eine medikamentöse Therapie in Form von Antidepressiva zurückgegriffen.Welche dieser beiden Versionen eingesetzt wird, hängt in der ersten Linie von dem Patienten ab: Wurde bereits eine Therapieform ausprobiert und konnte nicht weiterhelfen, so wird meistens auf die zweite Form zurückgegriffen.


Nicht selten wird auch eine Mischung aus den beiden Ansätzen gewählt, allerdings hat sich die kognitive Verhaltenstherapie als beste Möglichkeit der Heilung herauskristallisiert: Gerade bei sozialen Phobien kann diese Form der Psychotherapie die Betroffenen dazu bringen die eigenen Bedürfnisse herauszufinden, die Befürchtungen zu hinterfragen und die Angst aktiv zu bekämpfen.

Eine relativ junge und noch nicht vollkommen erforschte Methode ist die psychodynamische Psychotherapie, zu der es noch sehr wenige Untersuchungen und Statistiken gibt. Sie wird oftmals angewendet, wenn die klassischen Methoden keinen Erfolg gebracht haben oder ein Patient die Methode von sich aus wählen möchte.


Hierbei verschreiben Ärzte und entsprechende Therapeuten zunächst einmal Beruhigungsmittel, die auch unter dem Begriff "Benzodiazepine" bekannt sind und die Ängste sehr schnell reduzieren können. Allerdings können diese Medikamente auch abhängig machen, sodass ihre Einnahme nur kurzzeitig oder in Ausnahmefällen erfolgen sollte. Entsprechende Beratung – gerade im Hinblick auf Antidepressiva und weitere Medikamente – sollte am besten in einem persönlichem Gespräch mit einem Therapeuten oder einem Facharzt stattfinden.


Quelle: von Julian Gorohovskij, http://karrierebibel.de/soziale-phobie/ , 18. November 2015