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Freitag, 30. Juni 2017

Überlegen sie sich in Rente zu gehen, und diese dann aufzubessern?

Oder wann sich der Zuverdienst für Rentner rechnet – und wann nicht

Senioren, die ihre Rente aufbessern wollen, sollten genau nachrechnen, welcher Zuverdienst sich für sie lohnt. Denn sie müssen bestimmte Verdienstgrenzen beachten – jedenfalls bis sie die Regelalterszeit erreicht haben, sonst droht eine Rentenkürzung. Mitunter haben arbeitende Frührentner sogar weniger als ohne Job.

Finanzielle Sorgen, ein gleitender Übergang in den Ruhestand oder schlicht Freude an der Arbeit — es gibt viele Gründe, neben der Rente zu arbeiten. Doch ob sich der Nebenverdienst lohnt, hängt von vielen Faktoren ab: Beim Zuverdienst zur Rente sind zahlreiche Unterschiede zu beachten:

zwischen Über-65-Jährigen und Unter-65-Jährigen, zwischen Ost und West sowie zwischen den verschiedenen Rentenformen.

Am einfachsten liegt der Fall bei Rentnern, die die Regelaltersgrenze erreicht haben. Die liegt derzeit bei 65 Jahren und einem Monat und wird schrittweise auf 67 Jahre angehoben. Danach dürfen Sie soviel dazuverdienen, wie Sie wollen. Ein Zuverdienst von mehr als 400 Euro wird in der Regel gemeinsam mit der Rente versteuert und erhöht entsprechend den Einkommenssteuersatz. „Einnahmen bis zu 400 Euro zählen als Mini-Job und werden pauschal mit zwei Prozent versteuert.

Für Unter-65-Jährige gelten dagegen bestimmte Zuverdienstgrenzen: Wer eine volle Altersrente bezieht, aber das Rentenalter noch nicht erreicht hat, darf nur 400 Euro im Monat dazuverdienen. Liegt der Verdienst darüber, wird die Rente gekürzt: je nach Höhe des Zuverdienstes um ein Drittel, um die Hälfte oder um zwei Drittel. Schon bei einem Zuverdienst von 401 Euro werden die Rentenbezüge um ein Drittel gemindert. Das kann dazu führen, dass der Rentner am Ende weniger hat als ohne Zuverdienst. Liegt die Vollrente zum Beispiel bei 1500 Euro, wird sie um 500 Euro
gekürzt. Für die Zuverdienstgrenzen bei der Altersrente ist der Bruttoverdienst der letzten drei Jahre maßgeblich. Für einen Durchschnittsverdiener, der vor dem Ruhestand ein Gehalt von etwa 2700 Euro im Monat hatte, bedeutet das:

Bis zu einer Grenze von 1023,75 Euro im Westen und 908,87 in den neuen Bundesländern wird die Rente nur um ein Drittel gemindert. Liegt der Zuverdienst darüber, wird die Hälfte der Bezüge gestrichen.

Zweimal pro Kalenderjahr dürfen Frührentner das Doppelte der Zuverdienstgrenze verdienen, ohne Abstriche befürchten zu müssen. Erst wenn die Hinzuverdienstgrenze öfter überschritten wird, hat das Konsequenzen. Statt des 400-Euro-Minimums können also in zwei Monaten auch 800 Euro dazuverdient werden.
Werden alle Zuverdienstgrenzen überschritten, fällt die Rente komplett weg“. Danach muss ein neuer Rentenantrag gestellt werden. Mitunter kann es sogar vorkommen, dass die Voraussetzungen für die Rente nach der Arbeitsaufnahme vollständig entfallen. Wer mehr als 400 Euro zur Rente dazuverdienen möchte, soll sich daher unbedingt vorher beraten lassen.

Auch bei den Sozialabgaben gibt es Unterschiede: Bei Rentnern unter 65 Jahren müssen grundsätzlich alle Sozialabgaben paritätisch abgeführt werden – wie bei jedem anderen Arbeitnehmer. Wer nach der Regelaltersgrenze noch arbeitet, ist von den Beiträgen zur Arbeitslosenversicherung und zur Rentenversicherung befreit – nicht jedoch von der Kranken- und Pflegeversicherung. Der Arbeitgeber muss seinen Teil der Sozialabgaben in jedem Fall wie gewohnt abführen.

Quelle: Trierischer Volksfreund vom 07.12.2012 von dpa-Mitarbeiter Peter Neitzsch