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Mittwoch, 5. Juli 2017

Kreative Bewerbungen - Auffallen um jeden Preis?



Mit einer kreativen Bewerbung auf sich aufmerksam zu machen und damit Ideenreichtum oder Humor zu beweisen, kann eine erfolgversprechende Taktik bei der Jobsuche sein – wenn man damit den Geschmack seines zukünftigen Arbeitgebers trifft.

Vor allem in der Werbebranche, aber hin und wieder auch in anderen Branchen sind Personaler bei Bewerbungen Überraschungen gewohnt. Wenn etwa Lebensläufe als Puzzle oder auf Toilettenpapier geschrieben oder in einem Pizzakarton verpackt eintreffen. Oder Teebeutel mit der Aufforderung „Wir sollten mal ein Tässchen trinken“ enthalten.

Solche ungewöhnlichen Bewerbungen können erfolgreich sein, wie etwa bei einem Koch, der seine Bewerbung in einer Bratpfanne verschickte und daraufhin eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhielt. Auch die Idee eines Grafikers, kurz vor Weihnachten einen Schoko-Osterhasen mit dem Kommentar, er sei seiner Zeit eben voraus, zu verschicken, traf den Humor des Arbeitgebers.
Ein Informatiker, der für das Bewerbungsfoto vor dem Firmengebäude seines Wunsch-Arbeitgebers in einem T-Shirt mit entsprechendem Firmenlogo und dem Slogan „Ich würde gut zu Ihnen passen“ posierte, kam gut an. Ebenso wie die Marketing-Managerin, die ihre Bewerbung an ein Kosmetik-Unternehmen in einer Verpackung der Firma versendete.

Ein bisschen aus der Reihe zu tanzen kann aber auch nach hinten losgehen, wie das Beispiel eines Bewerbers zeigt, der seiner Bewerbung einen Fön mit dem Slogan "ich bringe frischen Wind in Ihr Unternehmen" beilegte. Die Antwort kam prompt: "Heiße Luft können wir selbst produzieren."
Auch mit der Versendung von kulinarischen Spezialitäten kann man negativ auffallen – zumindest, wenn der Adressat das Paket nicht sofort erhält und der Inhalt nach einiger Zeit im Warmen unangenehm zu riechen anfängt.

Kreative Bewerbungen – eine Auswahl

Postkarte aus dem Urlaub

Urlaubsgrüße von einer Unbekannten
Die Aufmerksamkeit des Personalers sicherte sich ein Bewerber für einen Posten in der Werbebranche, indem er seiner Bewerbung eine Postkarte vorausschickte, die angeblich von einer verflossenen Freundin des Personalchefs stammte. Eine Woche später klärte er die ominöse Herkunft der Urlaubsgrüße auf und erhielt eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Pamela Anderson als Empfangsdame

Ein besonderes Bewerbungsfoto
Die etwas ungewöhnliche Stellenanzeige einer Werbeagentur regte einen Werbetexter zu einer ausgefallenen Bewerbung an: In der Anzeige wurden neben Werbetextern auch scherzhaft nach Pamela Anderson für den Posten der Empfangsdame gesucht. Daraufhin hatte er sich kurz entschlossen als Pamela Anderson beworben und sich für das Bewerbungsfoto entsprechend in Szene gesetzt. Im Anschreiben kommentierte er das Bewerbungsfoto mit dem Satz: "Da Sie nach einigen Tagen ohnehin bemerken würden, dass ich nicht Pamela Anderson bin, wäre es vielleicht doch besser, mich als Texter einzustellen." Die Bewerbung überzeugte die Agentur tatsächlich und er bekam den Job.


Maximale Aufmerksamkeit durch Größe

Bewerbung auf Plakatwand
Die Idee, anstatt eines üblichen Bewerbungsschreibens mit einer riesigen Plakatwand auf sich aufmerksam zu machen, wurde bereits öfter in die Tat umgesetzt. In Frankreich ließ beispielsweise ein Sales Manager aus der Automobilbranche seinen Lebenslauf mit Foto und Kontaktdaten an einer vielbefahrenen Straße in der südwestfranzösischen Stadt Bordeaux anbringen. Von der Anzahl der positiven Rückmeldungen war er angenehm überrascht.

Kreative Bewerbungsmappe mit Frosch

Künstler am Werk
Mit einer frechen Idee, umgesetzt mit einer witzigen Klappkarte und einer kreativen Bewerbungsmappe, konnte eine Grafik-Designerin ihren Wunscharbeitgeber überzeugen. Sie verschickte zunächst nur eine Klappkarte. Auf der Vorderseite stand "Jeder siebte Frosch …", darunter waren sechs Frösche zu sehen. Auf der Innenseite der Karte saß ein Froschkönig mit herausziehbarer Zunge. Auf dieser stand folgender Text "… ist für eine Überraschung gut! Hier kommt Ihr neuer Junior-Art Director". Der Plan ging auf und der Personaler forderte ihre Bewerbungsunterlagen an. Auch diese waren inklusive der Texte und Arbeitsproben sorgfältig auf die Frosch-Illustrationen abgestimmt.

Umfangreicher Social Media-Einsatz

Massenbewegung
Wer seine Bewerbung mit großem Tamtam bei seinem zukünftigen Arbeitgeber ankündigen möchte, kann dies auch mit Hilfe eines großflächigen Einsatzes von diversen Social Networks machen. Ein Münchner Werbetexter machte sich zu Fuß auf den Weg nach Salzburg, um dort seine Bewebungsunterlagen persönlich abzugeben. Einen Termin hatte er nicht vereinbart, dafür seine Aktion aber über Facebook, meinVZ und einen eigens dafür eingerichteten Blog bekannt gemacht. Zudem verteilte er auf seinem Weg Postkarten. Wer ihn unterstützen wollte, konnte diese direkt an die Personalabteilung seines Wunsch-Arbeitgebers schicken.
Der Art Director einer Berliner Werbeagentur ging bei seiner Jobsuche ähnlich vor. Er lief durch Deutschland und dokumentierte seine Suche im Internet. Sogar Sponsoren für seine Übernachtungen und Zugfahrten konnte er so gewinnen – auch seinen nächsten Job.

Der Klassiker – die lebende Litfaßsäule

Altbewährt
Eine öffentliche Bewerbung im Stil einer Litfaßsäule ist der Klassiker aus den dreißiger Jahren. Vor allem in den USA hat die Bewerbung mittels eines um den Hals hängenden Klappschildes eine lange Tradition. Auch in den Neunzigern testete ein Journalist diese Bewerbungsmethode in New York: Er schrieb seinen Lebenslauf auf eine Klapptafel und verteilte seine Bewerbungsunterlagen an interessierte Passanten. Sein Resümee fiel recht positiv aus: Er verteilte rund 1.000 Bewerbungen, erhielt 479 Anrufe, 79 Vorstellungsgespräche und 37 Jobangebote. Alternativ kann man hierfür auch ein T-Shirt mit Lebenslauf oder auch wahlweise mit einem Anschreiben bedrucken lassen, das mutet etwas moderner an.

Tausche Haus gegen Job

Ungewöhnliche Zeitungsannonce
Eine seltsam anmutende Anzeige schaltete ein gelernter Einzelhandelskaufmann in der Tageszeitung. Nachdem er zahlreiche erfolglose Bewerbungen versendet hatte, schaltete er eine Anzeige mit dem Text "Tausche Haus gegen festen Arbeitsplatz! 3 FH, 160.000 Euro. Hypothekenfrei." Diese Aktion war der Zeitung damals nahezu eine halbe Seite wert. Ob sich die Idee bewährt hat, ist allerdings nicht bekannt.

Bewerbung via Twitter

Maximal 140 Zeichen
Wenn Sie Ihre Bewerbung sehr kurz halten möchten, ist vielleicht auch Twitter geeignet. Entscheidend dafür ist allerdings, dass man zuvor in seinem Twitter-Account möglichst jenen einflussreichen Menschen aus den Branchen und Unternehmen folgt, in denen man später arbeiten möchte. Zudem müssen diese dann auch noch zurückfolgen und so die Bewerbung lesen. Das versuchte zum Beispiel eine amerikanische PR-Fachfrau erfolgreich. Sie fasste ihre Bewerbung in 140 Zeichen und teilte mit, dass sie vakant sei. Die Kunde sprach sich unter ihren Followern herum – und voilà: Sie bekam ein Angebot.

Bewerbung mit Glückskeks

Süße Prophezeihung
Mit einem ungewöhnlichen Einfall gelang es einer Sales Managerin aus Chicago ihren Wunsch-Arbeitgeber zu überzeugen. Sie versendete ihre Bewerbungsunterlagen zusammen mit einem eigens dafür entworfenen Glückskeks. Der Text, der dem überraschten Personaler entgegen sprang, lautete: "Wenn Sie mich einstellen, verspreche ich Ihnen Glück für Ihren Vertrieb."

Bewerbung via Kettenbrief

Die Menge macht's
Ein Web Development Manager aus Chicago kam auf die Idee, für seine Jobsuche einen Kettenbrief zu entwerfen. Er versendete seine Bewerbungsunterlangen per E-Mail an Freunde und Bekannte mit der Aufforderung, sie mögen seine E-Mail doch an ihre Freunde, Kollegen und Bekannten weiterleiten. Demjenigen, dem es gelang, ihm den gewünschten Job zu vermitteln, versprach er als Anreiz 150 US-Dollar. Die Methode ging auf.

Werbebanner bei Facebook 

Ein Experiment
Ein amerikanischer College-Absolvent auf der Suche nach einem Job bei Microsoft entschied sich in Sachen Bewerbung für ein Experiment: Er schaltete ein Werbebanner bei Facebook mit seinem Foto und dem Text "I want to be at Microsoft – Hi my name is Eric and my dream ist to work for Microsoft. I'm a MBA/MFA with a strong media background. Can you help me? Please click!" Es klappte zwar nicht direkt mit dem erhofften Job, dafür bekam er zahlreiche Hilfsangebote und Kontakte. Seine Bilanz der Aktion war positiv: "Dafür, dass das nur ein kleines Experiment war, eine unkonventionelle Jobsuche, die mich vielleicht eine halbe Stunde meines Lebens und weniger als 50 Dollar gekostet hat, war es unglaublich erfolgreich."

Quelle www.meinestadt.de