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Mittwoch, 4. April 2018

„Jeder hat seine eigene Realität“


Das Kinderspiel „Ich sehe was, was du nicht siehst!“ oder der Film „Matrix“ scheinen realer zu sein, als wir annehmen. Denn tatsächlich ist es so: Nur 10 Prozent sehen wir mit unseren Augen, den Rest mit anderen Bereichen unseres Gehirns.

Die Neurowissenschaft geht der Frage nach, warum kein Zweiter die Welt so sieht, wie man selbst. Und ob das, was man sieht, auch wirklich die Realität ist?

Die Neurowissenschaft sagt: Nein. Die Welt ist anders, als wir sie sehen. Unsere Wahrnehmung ist unvollständig und trügt, wo sie nur kann. Permanent manipulieren wir, was wir sehen, schließen unbewusst Lücken, damit das, was wir erwarten, auch sichtbar wird. Hier kommen also die 90 Prozent der Hirnbereiche ins Spiel, die unsere Wahrnehmung ergänzen.

Was ist also Realität? Was ist Illusion? In dem Film „Matrix“ gibt es eine Schlüsselszene, in der die Hauptfigur Neo zwischen einer blauen und einer roten Pille wählen darf: „Nimm die blaue Pille, die Geschichte endet, du wachst in deinem Bett auf und glaubst, was du auch immer glauben willst. Nimm die rote Pille, du bleibst hier im Wunderland und ich werde dir zeigen, wie tief das Kaninchenloch reicht.“ Neo entscheidet sich gegen die blaue Pille, die ihm weiterhin eine Illusion vorgaukeln würde.
Und für das „Wunderland“, die Realität, symbolisiert durch die rote Pille. Das verändert seine Wahrnehmung komplett, vor seinen Augen entsteht eine völlig neue Welt.

ALLES IST SUBJEKTIV

„Die Vorstellung, dass das, was wir sehen, nicht das ist, was tatsächlich existiert, ist ebenso verstörend wie faszinierend“, heißt es bei Lotto. In diesem Zusammenhang ist beispielsweise das Höhlengleichnis des Philosophen Platon zu sehen oder Kants Begrifflichkeit vom „Ding an sich“ – beide Theorien kommen einfach gefasst zu einer ähnlichen Auflösung: der Mensch hat keinen Zugang zu einer objektiven Realität!

TÄUSCHUNGSBILD

„Wir sehen die Realität nicht. Die Welt existiert. Aber wir sehen sie nicht. Wir erleben die Welt nicht so, wie sie wirklich ist, weil sich unser Gehirn nicht dazu entwickelt hat. Es ist eine Art Paradox: Unser Gehirn vermittelt uns den Eindruck, unsere Wahrnehmungen seien objektiv und real, und dennoch versperren uns die sensorischen Prozesse, die eine Wahrnehmung überhaupt erst ermöglichen, den direkten Zugang zur Realität“.

MUT ZUR LÜCKE

Genau das sehen Neurowissenschaftler zeitgleich als Lösungsweg: „Unsere unvollständige Wahrnehmung ist kein Manko, sondern unsere große Chance für mehr Kreativität, Glück und Erfolg! Indem wir lernen, anders zu sehen, können wir uns selbst und die Welt verändern!“
Die Unvollständigkeit, das Ungewisse zulassen, heißt die Wahrnehmung zu „entautomatisieren“. So kann sich neues Potenzial entfalten. Unsicherheiten und Zweifel sieht er als Motor für Veränderung und Innovation. Lückenhaftes Denken als eine Chance zur Entwicklung – sowohl für uns als Individuum, als auch als Gesellschaft.


Artikel von: LIGIA DANA TUDORICA, am 1.5.2018, https://www.bild.de/bild-plus/ratgeber/psychologie/sehen/jeder-sieht-seine-eigene-realitaet-54807094.bild.html