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Dienstag, 3. April 2018

Ostern! Gedanken zum Christentum


Das Wort christlich ist ziemlich beliebt: christliches Abendland, christliches Menschenbild, christliche Werte. Aber der Inhalt ist so gut wie unbekannt. Wenn aber der Inhalt des Christentums komplett verdunstet, dann gibt es als Lebensziele bald nur noch Erfolg, Geld und Macht. Die Erfolglosen, Armen und Machtlosen kommen dabei definitiv unter die Räder. Das wollen doch noch nicht mal die Atheisten. Gregor Gysi hat gesagt, er sei Atheist, aber ohne das Christentum gäbe es niemanden, der über Barmherzigkeit und Nächstenliebe rede, deswegen unterstütze er die Kirchen.

Aber wie steht es mit den Christen selbst? Die sind oft nicht besonders stolz darauf, Christen zu sein. Denn das Christentum verbindet man mit Kreuzzügen, Hexenverfolgung, Inquisition und all den anderen Skandalen. Wenn aber die Geschichte des Christentums tatsächlich nur Mist war, dann ist das Christentum als Religion am Ende. Aber war alles Mist?

Wie war es wirklich?. Man muss einfach wissen, was das Christentum wirklich ist und das kann man erfahren, wenn man weiß, wie es wirklich war in den 2000 Jahren seines Bestehens. Die neuere Forschung hat da Erstaunliches zutage gefördert:

Wussten Sie, dass das Christentum die Toleranz erfunden hat?

Tolerantia hieß bei den Römern ursprünglich Lasten tragen. Die Christen erst machten daraus: Menschen anderer Meinung ertragen.

Wussten Sie, dass Mitleid eine christliche Erfindung ist?

Die heidnischen Römer kannten kein Mitleid mit Behinderten und anderen Menschen in Not, denn die waren ja von den Göttern verflucht und mit denen befasste man sich deswegen besser nicht. Die Christen taten genau das Gegenteil. Sie erklärten, dass man gerade in den Notleidenden Gott selbst begegne, wenn man sich ihnen zuwende.
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Wussten Sie, dass Internationalität eine christliche Erfindung ist?

Weil die Christen an einen Gott glaubten, der alle Völker geschaffen hat, waren für sie auch alle Völker vor Gott gleich. Das war revolutionär. Und deswegen haben Leute, die das christliche Abendland hochleben lassen und gleichzeitig „Deutschland, Deutschland über alles“ brüllen, nicht eine falsche Meinung, sie sind schlicht nicht informiert.

Im Grunde ist es ein Skandal, dass man sich immer nur mit den sogenannten Skandalen des Christentums befasst. Selbst da wissen viele aber nicht, dass die Kreuzzüge keine „Heiligen Kriege“ zur Ausbreitung des Glaubens waren. Dass die Hexenverfolgungen nicht im christlichen Mittelalter stattfanden, weil die Christen Hexenglauben für einen Aberglauben hielten. Erst in der Neuzeit, sagt die Forschung, wurden Hexen von modernen weltlichen Richtern verurteilt – und eben nicht von der Inquisition. Das alles gehört eigentlich zur Allgemeinbildung als Deutscher und als Europäer.

Nur wenn man trotz der vielen dunklen Ereignisse in der Geschichte des Christentums auch das wieder schätzen lernt, was das Christentum dieser Gesellschaft an menschlicher Wärme, an mitmenschlichem Respekt und an Sorge füreinander gebracht hat, kann man erleben, was Ostern eigentlich heißt. Am Grab eines geliebten Menschen wird sich jeder fragen: War das alles? Sind wir nur Moleküle, die verwesen? Wenn es so wäre, dann würde sich dieses ganze Leben spätestens jetzt als völlig sinnlos erweisen. Es würde sich in Nichts auflösen, wenn die letzte Erinnerung stirbt. Doch am Grab eines geliebten Menschen hat wohl jeder die Hoffnung, dass das nicht alles war.

Die Christen feiern an Ostern, dass diese Hoffnung von Gott selbst als wahr bestätigt wurde, weil Gott die Liebe ist. Und die Liebe stärker ist als der Tod. Wenn man diese Gewissheit ausgelassen feiern kann, dann feiert man wirklich Ostern. 



Artike lvon: MANFRED LÜTZ veröffentlicht am31.03.2018 - 23:30 Uhr, www.bild.de/lifestyle/2018/christentum/wie-christlich-ist-deutschland-wirklich-55251432.bild.html