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Freitag, 6. April 2018

Was muss im Arbeitsvertrag stehen?

Für den Arbeitsbeginn reicht ein Handschlag

Ein neuer Job kann per Handschlag besiegelt werden, doch ganz ohne Vertrag geht es nicht. Spätestens einen Monat nach Jobbeginn muss dem neuen Kollegen die vom Chef unterschriebene Niederschrift vorliegen. Doch so ein Vertrag unter Dach und Fach zu bringen, ist eine Herausforderung.

Auf welche Klauseln muss ich achten?

Für Vertragsverhandlungen sollte man bestens gerüstet sein: So manche Klausel benachteiligt den Arbeitnehmer. Zum Beispiel, wenn der Chef andere Kündigungsfristen als üblich setzt oder den Arbeitnehmer zur Rückzahlung von Ausbildungskosten verpflichten will. Unwirksam wird ein Passus im Vertrag, wenn er mit dem Arbeitszeitgesetz unvereinbar ist.

Was muss im Arbeitsvertrag stehen?

Für den Vertrag ist keine gesetzliche Form vorgeschrieben. Allerdings ist der Chef verpflichtet, bestimmte Punkte schriftlich aufzunehmen. Dazu gehören außer dem Namen und der Anschrift der Vertragsparteien:



· der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses

· eine kurze Beschreibung der vom Arbeitnehmer zu leistenden Tätigkeit

· die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts und die Fälligkeit

· die vereinbarte Arbeitszeit

· die Dauer des Urlaubs

· die Kündigungsfristen

Wie lange muss ich Probezeit arbeiten?

Es gibt keine gesetzliche Regel für die Probezeit. Sie beträgt je nach Anforderung drei bis neun Monate. Üblich sind sechs Monate. In der Berufsausbildung beträgt die Probezeit mindestens einen Monat und höchstens vier Monate.

Wer eine Probearbeit vereinbart, muss unterscheiden zwischen dem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit anfänglicher Probezeit und dem befristeten Arbeitsverhältnis, das gleichzeitig die Probezeit ist und automatisch endet.

Tipp: Arbeitnehmer sind besser dran, wenn eine anfängliche Probezeit vereinbart ist. So hat man den Job danach sicher, sofern man in der Probezeit nicht gekündigt wurde.

Worum geht es im Fristvertrag?

Bei einem solchen Arbeitsverhältnis ist die Dauer begrenzt. Das ist erlaubt, wenn es sachliche Gründe gibt: Weil die Firma nur vorübergehend Mitarbeiter für das Saisongeschäft braucht oder als Urlaubs- oder Krankheitsvertretung einspringt.

Darüber hinaus gibt es Fristverträge, die auch ohne sachlichen Grund rechtens sind. Solche Arbeitsverhältnisse werden bis zu zwei Jahre befristet.

Innerhalb dieser Zeit darf der Chef das Arbeitsverhältnis höchstens drei Mal verlängern, wenn es sich nicht um einen Zweijahresvertrag handelt.

Wann gilt ein Tarifvertrag?

Tarifverträge werden von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden geschlossen. Darin sind die Mindestarbeitsbedingungen geregelt – dem sogenannten tarifgebundenen Arbeitnehmer stehen tarifliche Leistungen automatisch zu.

Beispiel: Müller ist Mitglied der Gewerkschaft und die Firma, in der er arbeitet, ist Tarifpartner. Laut Vertrag hat Müller Anspruch auf ein 13. Monatsgehalt. Wäre Müller kein Gewerkschafter, würde das Extra-Geld nicht selbstverständlich gezahlt. Das müsste dann im Arbeitsvertrag gesondert vereinbart sein.

Muss meine Arbeit schriftlich geregelt werden?

Der Chef sagt, wo es lang geht, und das darf er auch. Er hat das sogenannte einseitige Weisungsrecht. Er darf seinem Mitarbeiter sagen, wie der seinen vertraglich geregelten Job zu machen hat und kann ihn auch mit ähnlichen Arbeiten betrauen. Aber dieses Recht ist begrenzt. Verlangt er Arbeiten, die nicht vereinbart sind, kann der Arbeitnehmer diese verweigern.
Hinweis: Je enger die Job-Beschreibung erfolgt, umso eingeschränkter ist das Weisungsrecht des Arbeitgebers.

Wie viel Urlaub steht mir zu?

Das Arbeitsgesetz legt den Mindesturlaub mit 24 Werktagen fest. Im Arbeitsvertrag wird der Urlaub festgeschrieben, der dem Arbeitnehmer laut Bundesurlaubsgesetz und nach Einzelabsprachen zusteht. Aber, Achtung! Das Gesetz geht von einer Sechs-Tage-Arbeitswoche aus. Das heißt, Samstage sind auch Werktage, gelten im Rahmen des gesetzlichen Urlaubsanspruchs als vollwertiger Urlaubstag. Daraus ergibt sich für Arbeitnehmer vier Wochen Erholungsanspruch pro Jahr.
Wichtig: Wenn der Chef bei einer 40 Stunden-Woche nur 15 Urlaubstage gibt, ist der Arbeitsvertrag trotzdem gültig. Aber der Arbeitnehmer hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Werktagen.

Werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld gesondert vereinbart?

Die meisten Firmen zahlen ihren Mitarbeitern Sonderzuwendungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld
.
Was man wissen muss: Diese Extras sind freiwillige Leistungen!

Sind diese nicht im Vertrag formuliert, muss diese Zuwendung – sofern der Chef einverstanden ist – im Arbeitsvertrag ausdrücklich als Summe vereinbart werden.
So kann der Arbeitgeber später nicht einfach widerrufen. Soll die Sondervergütung aufgehoben werden, müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einverstanden sein.

veröffentlicht am10.01.2017 - 14:55 Uhr, https://www.bild.de/ratgeber/leben-und-wissen-verbraucherportal/leben-und-wissen/arbeitsvertrag-was-muss-drin-stehen-40538882.bild.html