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Donnerstag, 5. April 2018

Werde ich durchs Spicker-Schreiben klüger?


Was können wir tun, damit Sie sich sicher fühlen?“, wollte US-Präsident  Donald Trump fragen. Und damit er diese schwierige Frage nicht vergessen würde, hat er sich einen Spickzettel gebastelt.

Mit einem Spickzettel erwischt zu werden, ist peinlich. Das gilt für Schüler wie für US-Präsidenten. Doch eigentlich ist eine kleine Merkhilfe gar nicht so schlecht. Denn auch wenn man nicht dabei ertappt wird, kann sie trotzdem viel bewirken – beim Lernen für Schularbeiten, beim Vorbereiten eines Vortrags oder als Strukturierung für wichtige Gespräche.

(Spick-)Zettel spielten bei einigen weltbewegenden Ereignissen eine Rolle, sind Zeugnis von Glauben, Überleben oder der Einheit einer Nation.

Wozu sollte ich mir einen Spickzettel machen?

►Der Spickzettel hilft, Dinge zu sortieren, zu verknappen und auf den Punkt zu bringen.
► Durch die Verdichtung der Informationen werden Zusammenhänge klarer und besser verständlich
► Er dient als Gedankenstütze, denn durch das Notieren kann man sie sich leichter einprägen
► Er spart Zeit, man reduziert Informationen auf das Wesentliche und lernt effektiver
► Man fühlt sich sicherer
► Der Spickzettel hilft uns auch auf psychologischer Ebene: „Alles, worauf wir uns vorbereiten,macht uns emotional souverän“, sagt Psychologe Wolfgang Krüger. „Ich habe das Niedergeschriebene nicht nur auf dem Zettel, sondern auch im Kopf, bin strukturiert und trete dadurch selbstsicher auf.“

Werde ich durch Spickzettel-Schreiben klüger?

► Ja! Durch das Aufschreiben verarbeiten wir Wissen und prägen es uns ein. Lesen wir uns die knapp formulierten Informationen mehrfach durch, brauchen wir den Spickzettel irgendwann nicht mehr. Gut ist es auch, die Informationen auf dem Zettel aufzusagen. Weil Gelerntes so auf verschiedenen Ebenen verarbeitet wird, behalten wir es schneller und besser im Kopf. 

► Krüger: „Schüler, die sich einen Spickzettel machen und ihn nicht während der Klassenarbeit benutzen, sind trotzdem erheblich klüger. Denn sie haben durch das Erstellen des Spickers viel gelernt.“

Reicht das Spickzettel-Schreiben allein also schon aus?

► Nein, das Wiederholen ist wichtig. Und das geht mit knappen und reduzierten Informationen auf einem Spicker natürlich viel einfacher.  Durch das Wiederholen bringen wir die Nervenzellen im Hirn zum Wachsen. Neurowissenschaftler haben herausgefunden, dass unsere Gehirnzellen dabei in den ersten Minuten am besten wachsen. Kurze Lernzeiten von wenigen Minuten sind effektiver als längere. Auch deshalb ist ein Spickzettel mit wenigen, komprimierten Informationen gut. 

veröffentlicht am23.02.2018 - 13:56 Uhr, https://www.bild.de/bild-plus/ratgeber/psychologie/schueler/spickzettel-54907658.bild.html