Schön, dass Sie da sind. Diese Seiten sind für diejenigen, die ihre jetzige Situation schnell ändern möchten.


Dienstag, 31. Oktober 2017

Berechnung der Arbeitszeit



Wochenarbeitszeit lt. Tarifvertrag
Jahresarbeitszeit
(Wochenarbeitszeit x 52)
Monatsarbeitszeit
(Jahresarbeitszeit /12)
40
2.080
173,33
39
2.028
169,00
38
1.976
164,67
37
1.924
160,33
36
1.872
156,00
35
1.820
151,67
34
1.768
147,33
33
1.716
143,00
32
1.664
138,67
31
1.612
134,33
30
1.560
130,00

Montag, 30. Oktober 2017

Die Geschichte vom Prinzen und vom Magier

Es war einmal ein junger Prinz, der an alles glaubte, außer an drei Dinge. Er glaubte nicht an Prinzessinnen, er glaubte nicht an Inseln, und er glaubte nicht an Gott. Sein Vater, der König, sagte ihm, diese Dinge existierten nicht. Und da es im Reich seines Vaters keine Prinzessinnen und Inseln und kein Anzeichen von Gott gab, glaubte der Prinz seinem Vater.

Aber eines Tages lief der Prinz von dem väterlichen Palast fort. Er kam in das Nachbarland. Dort sah er zu seiner Verwunderung von jeder Küste aus Inseln und auf diesen Inseln seltsame und verwirrte Geschöpfe, die er nicht zu benennen wagte. Während er sich nach einem Boot umsah, kam ihm an der Küste ein Mann im Frack entgegen.
„Sind das wirkliche Inseln?“ fragte der junge Prinz.
„Natürlich sind das wirkliche Inseln“, sagte der Mann im Frack.
„Und diese seltsamen und verwirrenden Geschöpfe?“
„Das sind ganz echte Prinzessinnen.“
„Dann muss Gott auch existieren!“ rief der Prinz.
„Ich bin Gott“, erwiderte der Mann im Frack und verbeugte sich.
Der junge Prinz kehrte, so schnell er konnte, nach Hause zurück.
„Ich habe Inseln gesehen, ich habe Prinzessinnen gesehen, ich habe Gott gesehen“, sagte der Prinz vorwurfsvoll.
Der König war ungerührt: „Es gibt weder wirkliche Inseln, noch wirkliche Prinzessinnen, noch einen wirklichen Gott.“
„Ich habe sie aber gesehen.“
„Sage mir, wie Gott gekleidet war.“
„Gott war festlich gekleidet, im Frack.“
„Waren die Ärmel seines Mantels zurückgeschlagen?“
Der Prinz erinnerte sich, dass es so war. Der König lächelte.
„Das ist die Uniform eines Magiers. Du bist getäuscht worden.“
Darauf kehrte der Prinz wieder in das Nachbarland zurück und ging an dieselbe Küste, wo ihm wieder der Mann im Frack entgegenkam.
„Mein Vater, der König, hat mir gesagt, wer du bist“, sagte der junge Prinz entrüstet. „Du hast mich beim vorigen Mal getäuscht, aber diesmal nicht. Ich weiß jetzt, dass das keine wirklichen Inseln und keine wirklichen Prinzessinnen sind, denn du bist ein Zauberer.“
Der Mann an der Küste lächelte. „Nein, du bist getäuscht worden, mein Junge. In deines Vaters Königreich gibt es viele Inseln und viele Prinzessinnen. Aber du bist von deinem Vater verzaubert, darum kannst du sie nicht sehen.“
Der Prinz kehrt nachdenklich nach Hause zurück. Als er seinen Vater erblickte, sah er ihm in die Augen.
„Vater, ist es wahr, dass du kein wirklicher König bist, sondern nur ein Zauberer?“
„Ja, mein Sohn, ich bin nur ein Zauberer.“ Dann war der Mann an der Küste Gott?“
„Der Mann an der Küste war ein anderer Zauberer.“
„Ich muss aber die wirkliche Wahrheit wissen, die Wahrheit jenseits der Zauberei.“
„Es gibt keine Wahrheit jenseits der Zauberei“, sagte der König.
Der Prinz war von Traurigkeit erfüllt. Er sagte: „Ich werde mich umbringen.“
Der König zauberte den Tod herbei. Der Tod stand in der Tür und winkte dem Prinzen. Den Prinzen schauderte. Er erinnerte sich der wundervollen, aber unwirklichen Inseln und der unwirklichen, aber herrlichen Prinzessinnen.
„Nun gut“, sagte er. „Ich kann es ertragen.“
„Du siehst, mein Sohn“, sagte der König, „dass du im Begriff bist, selbst ein Zauberer zu werden.“


Fabel
Quelle: John Fowles, The Magus, München 1969, S. 607f

Freitag, 27. Oktober 2017

Kontrastprinzip


Sie kennen das, wahrscheinlich wenden Sie es sogar häufig an – oder werden gar regelmäßig dessen Opfer. Nur ist Ihnen das vielleicht nicht so bewusst.

“Alles ist relativ”, wusste schon Albert Einstein. Er meinte damit zwar vor allem Zeit, Masse und Raum. Das gilt aber auch für unsere Bewertungsmuster. Wir Menschen sind in hohem Maße manipulierbar. Unsere Wahrnehmung reagiert alles andere als objektiv, wenn uns zwei Reize unmittelbar nacheinander dargeboten werden. Wenn Sie zuvor ein schweres Gewicht gehoben haben, wird ihnen die Flasche Wasser danach unendlich leicht vorkommen. Wenn Sie Ihre Hand zuerst in kaltes Wasser halten und danach in heißes tauchen, wird es Ihnen nur noch lauwarm erscheinen. Anfangs jedenfalls. Und wenn Sie Ihrem Chef eine schlechte Nachricht zusammen mit einer guten präsentieren, wirkt die schlechte nur noch halb so schlimm. Die gute allerdings auch nicht mehr ganz so gut. Das nennt man dann Kollateralschaden.

Pfiffige Verkäufer machen sich dieses Prinzip gerne zunutze. Von dem Kulturforscher Leo Rosten stammt das Beispiel der beiden Brüder Sid und Harry Drubeck, die in den dreißiger Jahren eine Herrenschneiderei in seiner Nachbarschaft besaßen. Jedes Mal wenn ein neuer Kunde einen Anzug anprobierte, der ihm gefiel, fragte Sid seinen Bruder, der am anderen Ende des Raumes saß: “Harry, was kostet der Anzug?” Der wiederum fragte zurück: “Dieses wunderbare Stück aus reiner Wolle? 42 Dollar.” Sid tat dann so, als hätte er nicht genau verstanden, legte die Hand ans Ohr und wiederholte die Frage. Diesmal gab Harry etwas lauter zurück: “42 Dollar!” Daraufhin wandte sich Sid an den Kunden: “Harry sagt, er kostet 22 Dollar.” Und schon konnte so mancher seine Geldbörse gar nicht schnell genug zuücken, um sich mit dem vermeintlichen Schnäppchen aus dem Staub zu machen. Dabei war das ein reines Kontrastprogramm.

Aus demselben Grund zeigen beispielsweise Immobilienhändler ihren Kunden gerne zunächst ein paar schäbige und völlig überteuerte Häuser, bevor sie mit ihnen zum eigentlichen Verkaufsobjekt pilgern. Das steht danach wesentlich besser da. Jens Weidner, Autor der Peperoni-Strategie erzählte mir mal eine reizende Geschichte von seinem Ex-Chef. Weidner selbst war da noch Abteilungsleiter in einem Jugendgefängnis und hasste Aktenarbeit. Immer wenn sein Chef etwas von ihm wollte, sagte der: „Ich habe zwei Aufgaben zu erledigen und eine davon müssten Sie übernehmen.“ Dabei tippelte er mit den Fingern auf einen Aktenstapel vor sich, um die eine Alternative zu verdeutlichen. Weidner entschied sich immer für die andere. Erst später, als er den Job wechselte, gestand ihm sein Chef, dass er sich die Akten jedes Mal nur für ihn vorher von seiner Sekretärin auf den Tisch hatte stapeln lassen.

Das nächste Mal, wenn Sie also wieder zwei völlig konträren Reizen oder Angeboten ausgeliefert werden, seien Sie auf der Hut. Womöglich ist dies nichts weiter als der Versuch, ihre Wahrnehmung zu lenken. Umgekehrt können Sie sich das Prinzip freilich auch zunutze machen. So wie die Studentin in diesem herrlich raffinierten Brief:

„Liebe Mutti, lieber Papa!

 Ich bin etwas schreibfaul geworden, seit ich zum Studium von zu Hause weggezogen bin, und es tut mir Leid, dass ich nicht schon früher geschrieben habe. Ich werde euch jetzt auf den neusten Stand bringen, aber ehe ihr weiterlest, setzt euch bitte erst einmal hin. Lest erst weiter, wenn ihr euch gesetzt habt, okay?
 Also dann: Mittlerweile geht es mir eigentlich schon wieder ganz gut. Die Gehirnerschütterung, die ich mir zugezogen hatte, als ich aus dem Fenster gesprungen war, nachdem im Wohnheim kurz nach meiner Ankunft ein Feuer ausgebrochen war, sind schon ganz gut verheilt. Ich war nur zwei Wochen im Krankenhaus und jetzt kann ich schon fast wieder normal sehen und bekomme nur noch einmal am Tag diese elenden Kopfschmerzen. Zum Glück waren das Feuer im Wohnheim und mein Sprung von einem Tankwart von der Tankstelle gegenüber beobachtet worden, und er war es auch, der sofort die Feuerwehr und den Notarzt rief. Er besuchte mich sogar im Krankenhaus und weil ich ja wegen des Wohnheimbrands nicht wusste, wo ich hin sollte, war er so lieb, mir anzubieten, erst mal in seiner Wohnung unterzukommen. Das ist eigentlich nur ein Kellerraum, aber der hat was. Er ist ein echt toller Typ und wir sind wahnsinnig verliebt und wollen heiraten. Das genaue Datum steht noch nicht fest, aber das Ganze soll noch über die Bühne gehen, bevor man mir meine Schwangerschaft ansieht.
 Ja, Mama und Papa, ich bin schwanger! Ich weiß, dass ihr euch darauf freut, Oma und Opa zu werden, und ich weiß, dass ihr das Baby von ganzem Herzen lieben werdet. Der Grund dafür, dass wir jetzt noch nicht heiraten, ist, dass mein Freund eine kleine Infektion hat, weswegen es Schwierigkeiten mit den Bluttests gibt, die wir für die Schwangerschaft machen müssen und ich mich dummerweise angesteckt habe. Ich weiß, dass ihr trotzdem ihn mit offenen Armen in unsere Familie aufnehmen werdet. Er ist wirklich sehr nett. Es hat zwar keine abgeschlossene Ausbildung, aber große Pläne.
 Jetzt, wo ich euch auf den neusten Stand gebracht habe, möchte ich euch sagen, dass es keinen Brand im Wohnheim gab, ich keine Gehirnerschütterung hatte, nicht im Krankenhaus war, nicht schwanger bin, nicht verlobt, nicht infiziert und dass es keinen Freund gibt. Allerdings habe ich eine Vier in BWL und eine Fünf in Finanzwissenschaft und ich will, dass ihr diese Zensuren im richtigen Verhältnis seht.

Liebe Grüße von eurer Tochter“

Quelle karrierebibel.de

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Tempel der Spiegel

Vor langer Zeit gab es in China den Tempel der Spiegel. Der Tempel lag auf der Spitze eines Berges und war äußerlich recht unscheinbar. Eines Tages kam ein Hund in diesen Tempel, in dem abertausende von Spiegeln so aufgestellt waren, dass das eigene Spiegelbild sich tausendfach im Tempel wiederspiegelte. 
Der Hund erschrak, bekam Angst und knurrte und fletschte böse die Zähne. Und tausend Hunde schauten ihm entgegen und knurrten, und fletschten böse die Zähne. Der Hund ergriff die Flucht. Von nun an dachte er, dass es auf der ganzen Welt nur lauter böse Hunde gäbe, die mit ihm kämpfen und ihn beißen wollten.
Ein paar Tage später kam ein anderer Hund in diesen Tempel. Als er die tausend anderen Hunde sah, da freute er sich, wedelte mit dem Schwanz und sprang herum, und tausend andere Hunde freuten sich, wedelten mit dem Schwanz und spielten mit ihm.
Dieser Hund kehrte mit der festen Überzeugung zurück, dass es auf der ganzen Welt nur lauter freundliche Hunde gäbe, die mit ihm spielen wollen. 

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Arbeitszeitgesetz: Wie lange darf man arbeiten?

Wie zufrieden ein Arbeitnehmer ist, wird neben dem Gehalt maßgeblich von der Arbeitszeit bestimmt. Die Art, wie die Arbeitszeit hierzulande eingeteilt wird, ist vielfältig: Schichtdienst, flexible oder feste Arbeitszeiten. Bei all den Möglichkeiten stellen sich folgende Fragen: Wie lange darf man überhaupt arbeiten? Was sagt der Gesetzgeber? Erst voriges Jahr hat sich ein deutscher Praktikant zu Tode gearbeitet. Der 21-jährige Moritz Erhardt absolvierte ein Praktikum in der Londoner Niederlassung der Bank of America Merrill Lynch. 15 Stunden am Tag zu arbeiten ist dort normal. Es wird vermutet, dass der junge Mann an Überarbeitung starb. Ein Aufschrei ging durch die Presse. Doch auch in Deutschland sind Überstunden an der Tagesordnung. Wir erläutern die wichtigsten Fakten, damit Sie sich vor Ausbeutung schützen können.

Gesetzliche Regelungen in Deutschland

Wie lange Sie arbeiten dürfen, wird im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dieses Gesetz regelt:

Die Höchstdauer der täglichen Arbeitszeit
Pausen und Ruhezeiten
Die Arbeit an Sonn- und Feiertagen
Dort ist zu lesen:

Die werktägliche Arbeitszeit der Arbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn innerhalb von sechs Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Mit werktäglich sind die Wochentage von Montag bis Samstag gemeint. Das bedeutet, dass ein Vollzeit Beschäftigter maximal 48 Stunden in der Woche arbeiten darf. Die Arbeitszeit darf kurzfristig, beispielsweise saison- oder auftragsbedingt, auf zehn Stunden verlängert werden.

Ruhezeiten

Nach sechs Stunden Arbeit steht einem Arbeitnehmer eine Pause von 30 Minuten zu. Nach neun Stunden verlängert sich diese auf 45 Minuten. Zwischen dem Feierabend und dem Beginn des neuen Arbeitstages müssen mindestens elf Stunden liegen. Diese dienen dem Arbeitnehmer als Erholung. Auch bei Schichtdiensten müssen diese Regelungen eingehalten werden. In bestimmten Arbeitsfeldern, beispielsweise in Krankenhäusern, kann diese um eine Stunde verkürzt werden, muss jedoch an anderer Stelle ausgeglichen werden. Damit soll die Gesundheit des Arbeitnehmers geschützt werden.

Nacht- und Schichtarbeit

In § 6 heißt es dazu:

Die werktägliche Arbeitszeit der Nachtarbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn abweichend von § 3 innerhalb von einem Kalendermonat oder innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.

Zusätzlich steht Arbeitnehmern, die auch in Nachtschicht arbeiten, mindestens alle drei Jahre eine medizinische Untersuchung zu. In dieser wird überprüft, ob Sie gesundheitlich noch in der Lage sind im nächtlichen Dienst zu arbeiten. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber. Ab dem 50. Lebensjahr verkürzt sich der Untersuchungszeitraum auf einmal im Jahr.

Auch hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass Arbeitnehmer, die im Nachtdienst arbeiten, den gleichen Zugang zu Weiterbildungsmaßnahmen haben, wie ihre Kollegen aus dem Tagesdienst.

Sonn- und Feiertage

Sonntage und Feiertage müssen laut Arbeitszeitgesetz für Arbeitnehmer grundsätzlich frei sein. Doch es gibt auch Branchen, wo Sonn- und Feiertags gearbeitet werden kann. Das sind beispielsweise medizinische oder gastronomische Betriebe. Die gesamte Liste können Sie unter Paragraph 10 nachlesen.

Mindestens 15 freie Sonntag im Jahr stehen jedem Arbeitnehmer gesetzlich zu. Muss ein Arbeitnehmer an einem Sonntag arbeiten, steht ihm innerhalb von zwei Wochen ein Ersatzruhetag zu. Fällt ein Feiertag auf einen Werktag und ein Arbeitnehmer muss an diesem Tag arbeiten, steht ihm innerhalb von acht Wochen ein Ersatzruhetag zu.

Überstunden

Als Überstunden wird dagegen die Arbeitszeit bezeichnet, die über die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht. Der Arbeitgeber darf Überstunden nur dann verlangen, wenn sie für das Unternehmen notwendig und für den Angestellten gleichzeitig zumutbar sind. Die positive Seite: Eine gesetzliche Pflicht für Überstunden gibt es nicht. Die negative: Eine gesetzliche Regelung für deren Abbau jedoch auch nicht. Daher ist die Regelung von Überstunden Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Für den Arbeitnehmer gilt, dass er nur Anspruch auf Ausgleich hat, wenn er den Arbeitgeber über Überstunden informiert hat. Diese müssen genehmigt worden sein. Arbeitet ein Arbeitnehmer über die gesetzlich erlaubten zehn Stunden hinaus, kann das zu einer Ermahnung führen.

Der Ausgleich von Überstunden kann durch gesonderte Zahlungen vergüten werden oder durch einen entsprechenden Freizeitausgleich. In einigen Branchen ist der Ausgleich tariflich geregelt. Ist das bei Ihnen nicht der Fall, sollten Sie die mit Ihrem Arbeitgeber getroffene Regelung schriftlich festhalten.

Ausnahmen

Für Arbeitnehmer unter 18 Jahren gelten besondere Regelungen:

Arbeitszeit und Schichtdienst: Diese dürfen höchstens 40 Stunden pro Woche arbeiten und nur montags bis freitags. Eine Ausnahme stellen Branchen, in denen im Schichtdienst gearbeitet wird, dar. Dort ist die Arbeit am Wochenende auch zulässig. Nachtschichten sind jedoch nicht erlaubt.

Pausen und Ruhezeiten: Für Arbeitnehmer unter 18 Jahren gelten längere Pausen. Ihnen steht bereits ab einer Arbeitszeit von 4,5 Stunden eine Pause von 30 Minuten zu. Auch beträgt die Ruhezeit zwischen zwei Arbeitstagen 12 Stunden. Werden sie sonntags eingesetzt, stehen ihnen mindestens zwei freie Sonntage im Monat als Ausgleich zu.


Quelle: www. http://karrierebibel.de von Karolina Warkentin am 17. Juni 2014

Dienstag, 24. Oktober 2017

Phrasen dreschen im Anschreiben: Nicht diese 11 Fehler

Das Verfassen von Anschreiben gehört für viele Bewerber zu den ungeliebten Aufgaben im Bewerbungsprozess. Ein Grund dafür: In vielen Branchen sollten Anschreiben eher förmlich und geschliffen formuliert werden. Der dort verwendete Sprachstil kommt im Arbeitsalltag zwar nur selten zum Einsatz, wird im Anschreiben jedoch erwartet – und stellt so manchen Bewerber vor enorme Probleme. Die Gefahr ist groß, dass der förmliche Sprachstil zum Phrasen dreschen verführt. Ein Fehler, der die Bewerbungschancen nachhaltig reduzieren kann.

Formulierung im Anschreiben: Nie auf Kosten des Inhalts!

Verstehen Sie uns bitte nicht falsch: Klassische Formulierungen wie “Ich freue mich auf die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch” oder “…werde ich meine Kompetenzen voll in Ihr Unternehmen einbringen” sind mit Phrasen dreschen explizit nicht gemeint. Solche Sätze sind zwar nicht neu oder kreativ, haben jedoch ihre Berechtigung im Anschreiben.

Unter Phrasen dreschen verstehen wir viel eher Sätze, die zwar im ersten Augenblick gut klingen, jedoch keine konkrete Aussage haben oder einfach nur leere Worthülsen darstellen, ohne die das Anschreiben kein Stück ärmer wäre. Besteht Ihr Anschreiben primär aus solchen leeren Phrasen, ist die Aussage- und Überzeugungskraft gleich null – genau wie Ihre Chancen auf den Job.

Bevor wir zu den elf konkreten Fehlern kommen, die Sie in Ihrem Anschreiben vermeiden sollten, haben wir daher eine Bitte an Sie: Legen Sie in Ihrem Anschreiben den Fokus immer auf den Inhalt! Geschliffene und formal saubere Formulierungen sind nicht unwichtig, doch sie dürfen nie auf Kosten der Aussage und des Informationsgehalts gehen und/oder das Anschreiben in seiner Wirkung einschränken. Die folgenden elf Fehler sind klassische Beispiele des Formulierung-vor-Inhalt-Syndroms, mit dem Sie sich Ihre Bewerbungs- und Jobchancen selbst sabotieren können.

11 Fehler, die Bewerber im Anschreiben meiden sollten


  • Unspezifischer Einstieg – Formulierungen wie “Ihre Stelle hat mich sofort angesprochen” oder “ich wusste sofort, dass diese Stelle zu mir passt” sind grundsätzlich kein Problem – wenn Sie danach erklären, warum es so war oder ist. Doch viele Bewerber führen diese Gedanken leider nicht aus, sondern gehen nach einem solchen Einleitungssatz einfach im Text weiter. Dann wirkt der Satz jedoch beliebig und wenig überzeugend, da Sie keinerlei Gründe und Argumente dafür nennen. Entweder sie unterfüttern diesen Einstieg mit konkreten Punkten oder Sie verzichten darauf.
  • Pauschale Aussagen – Ähnliches gilt für Sätze wie “Ihr Unternehmen bietet mir hervorragende Chance” oder “Ihre Stelle ist für mich optimal”. Solche Aussagen klingen gut, wirken jedoch nur dann überzeugend, wenn Sie davor oder danach erklären, warum das der Fall ist und was genau das Unternehmen für Sie so attraktiv macht. Die genannten Punkte sollten dann allerdings auch wirklich zum spezifischen Unternehmen passen und sich ganz konkret in der Stellenausschreibung oder dem Auftreten des Unternehmens wiederfinden lassen. Weitere allgemeine und austauschbare Formulierungen machen Ihr Anschreiben nicht überzeugender.
  • Unspezifische Beispiele – Wir empfehlen Ihnen grundsätzlich, Ihre Kompetenzen und Stärken im Anschreiben durch Beispiele zu belegen und nicht unbedingt explizit zu nennen. Dieser Ansatz ist jedoch nur dann effektiv und sinnvoll, wenn Sie Ihre Beispiele erstens belegen und untermauern können und diese zweitens wirklich zur konkreten Stelle passen. Es ist beispielsweise wenig hilfreich, wenn Sie Ihre Teamfähigkeit an Ihrer Arbeit in großen Teams und Abteilungen fest machen, es sich bei der konkreten Stelle jedoch um einen Job mit viel eigenständiger Arbeit und ohne großen Kollegen-Kontakt handelt.
  • Vergleichende Beispiele – Gezielt eingesetzte Beispiele sind sinnvoll und wichtig, bergen jedoch auch die Gefahr des Vergleichs. Formulierungen wie “im Gegensatz zu meinen Kollegen” oder “als einer der wenigen Mitarbeiter” sind manchmal sehr verlockend und einfach, um eigene Kompetenzen zu präsentieren. Doch solche vergleichenden Beispiele und Formulierungen werfen ein schlechtes Licht auf Sie und lassen Sie alles andere als kollegial wirken. Diese Phrasen sollten Sie sich daher unbedingt verkneifen.
  • Irreführende Formulierungen – Der Spruch: “Ich bin nur für das verantwortlich, was ich sage, nicht dafür, was andere verstehen” gilt bei Anschreiben definitiv nicht. Daher ist die Strategie mancher Bewerber, bewusst viel Interpretationsspielraum im Anschreiben zu lassen, aus unserer Sicht kein sinnvoller Ansatz. Denn wenn Sie bewusst unsauber oder zweideutig formulieren, können Sie dadurch übertriebene und unrealistische Erwartungen wecken. Diese führen spätestens im Vorstellungsgespräch zu einer herben Enttäuschung – und kosten Sie damit alle Chancen auf den Job.
  • Implizite Kritik – “Gerne bringe ich meine Kompetenz in Ihrem Unternehmen ein, um die notwendigen Verbesserungen und Fortschritte voranzubringen.” Dieser Satz stammt aus einem realen Anschreiben und spiegelt einen Ansatz wider, der recht häufig vorkommt. Sicher können Sie Ihrem künftigen Arbeitgeber zeigen, dass Sie sich mit dem Unternehmen befasst haben und bereits Ideen mitbringen. Doch implizite Kritik – und nichts anderes ist der gerade erwähnte Satz – sollten Sie unbedingt vermeiden. Es ist kein guter Start, wenn Sie erst mal durch die Blume sagen, dass die bisher geleistete Arbeit im Unternehmen mangelhaft ist.
  • Superlative und Übertreibungen – Formulierungen wie “der beste Mitarbeiter” oder “hervorragende Leistungen” sind im Anschreiben durchaus kritisch. Selbst wenn Sie diese belegen können schwingt hier doch immer ein Hauch Arroganz und Überheblichkeit mit. Außerdem lassen solche Aussagen möglicherweise Zweifel an Ihrer Kritikfähigkeit und Selbstreflexion aufkommen oder – noch schlimmer – wecken viel zu hohe Erwartungen. In jedem Fall sind die potenziellen Konsequenzen nicht positiv für Sie und schmälern Ihre Chancen. Schalten Sie lieber einen Gang runter.
  • Ausschweifende Erklärungen – Beispiele sind eine gute Möglichkeit, um Ihre Kompetenzen und Stärken darzustellen, ohne diese explizit nennen zu müssen. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie Ihre Beispiele kurz und knackig halten und Ihre Kompetenzen daraus eindeutig hervorgehen. Verlieren Sie sich dagegen in ausschweifenden Erklärungen, schläft dem Personaler dabei nicht nur das Gesicht ein, Sie haben auch keinen Platz mehr für andere wichtige Aspekte. Kommen Sie im Anschreiben daher idealerweise zügig auf den Punkt.
  • Rhetorische Fragen – Dieser Punkt bedarf wohl keiner Erklärung, oder? Bereits diese rhetorische Frage macht deutlich, wie unangenehm das Stilmittel wirken kann. Denn die implizite Botschaft der rhetorischen Frage ist fast immer: Das ist jetzt so klar und eindeutig, dass wirklich jeder es wissen und verstehen müsste. Doch was, wenn dem Personaler nicht sofort klar ist, worauf Sie hinauswollen? Genau, dann vermitteln Sie ihm mit Ihrer rhetorischen Frage das Gefühl, etwas eingeschränkt oder unwissend zu sein. Wollen Sie das wirklich sagen?
  • Unbelegtes Eigenlob – Ihr Anschreiben und Ihre gesamte Bewerbung sind natürlich die Gelegenheit, um sich optimal in Szene zu setzen und sich selbst auch ein wenig zu loben. Achten Sie jedoch unbedingt darauf, jegliches Eigenlob erstens mit konkreten Beispiele zu verbinden und es zweitens auch durch Zeugnisse und andere Referenzen zu belegen. Unbelegtes Eigenlob riecht sehr schnell etwas komisch und hinterlässt oft einen alles andere als guten Nachgeschmack.
  • Austauschbare Phrasen – Zu guter Letzt sollten Sie in Ihrem Anschreiben auf allzu austauschbare und allgemeine Formulierungen verzichten. Sprechen Sie beispielsweise die guten Arbeitsbedingungen und die gute Arbeitsatmosphäre im Unternehmen an, sollten Sie diese auch konkret benennen und an Beispielen oder Aussagen des Unternehmens fest machen können. Einfach nur allgemeine und unspezifische Aussagen in den Raum zu stellen verschwendet nicht nur wertvollen Platz, es macht Ihr Anschreiben auch wenig überzeugend und glaubwürdig.
Quelle: www.karrierebibel.de von Christian Mueller am 18. Juni 2014

Montag, 23. Oktober 2017

Was bei Bewerbungsoptimierungen oft schiefläuft

Kürzlich beobachtete ich in der Aula der Schule meines Sohnes eine Reinigungsfachkraft, die mit ihrem Staubwedel eine Wolke nach der anderen aufstieß. Am Ende war nichts sauber, aber alles dreckig. So ist es nach mancher Bewerbungsoptimierung, oft schnell mal auf einer Karrieremesse dazwischengeschoben oder ein einer halben Stunde erledigt. Das Ergebnis sehen wir in unserer Praxis: „Warum kassiere ich nur Absagen? Es ist doch optimiert!“ sagen viele. Scheinbar: Denn vom vielen Staub sind die wichtigen Informationen verdeckt…

Formalia statt Fundamentaldaten

„Die Unterschrift muss aber unter den Lebenslauf und das Datum auch!“ Oder „Tabellarisch muss es sein!“ Sonst würden einige Personaler den CV eiskalt aussortieren. Die meisten Optimierungen konzentrieren sich auf Oberflächlichkeiten. Da wird „hübsch“ gemacht, aber nicht an den Fundamentaldaten gearbeitet, also Bildungsabschluss, Berufserfahrung und Erfolge. Dabei steckt oft sehr viel mehr Information in einem Lebenslauf als zunächst sichtbar ist. Diese herauszuarbeiten, kostet Zeit. Gerade die neueren Studienabschlüsse müssen oft erklärt werden. Was hat man im „Master Coaching und Mediation“ eigentlich genau gelernt? Was hat man in seiner beruflichen Praxis nicht nur einfach „erledigt“, sondern erfolgreich gemacht – verändert, optimiert, erweitert, verbessert…

Wie es besser geht:

Je länger Sie in einem Job waren, desto mehr werden Sie vergessen haben, was Sie genau gemacht haben. Es wird Ihnen normalerweise auch schwerfallen, Erfolge zu benennen. Weiter können Sie möglicherweise gar nicht richtig einschätzen, was relevant für den Arbeitsmarkt ist und bei Personalern und Fachentscheidern ankommt. Falls Sie es nicht selber schaffen, lassen Sie sich beim Herausarbeiten und Bewerten dieser Punkte helfen. Diese Investition ist teurer, oft aber wichtiger als ein Quick-Check.

Wunsch und Wirklichkeit klaffen auseinander

Der Bewerber stellt sich beispielsweise Google als Traumarbeitgeber vor, hat aber bisher nur für die freie Tankstelle seines Onkels SEO-optimiert. Andere streben auf einen Massenmarkt mit dichter Konkurrenz, etwa ins Produktmanagement einer Konsumentenmarke. Hier ist die Konkurrenz oft besonders stark, was Chancen für alle minimiert, deren Lebenslauf nicht exakt die vom Unternehmen gewünschte Erfahrungslinie aufweist. Bei der Schnell-Optimierung einer Bewerbung, ist die Passgenauigkeit CV-Ziel leider selten Thema.

Wie es besser geht:

Passen Lebenslauf und Ziel zusammen? Solche Fragen können oft nur erfahrene Berater und Branchenspezialisten sicher beantworten, auch manche Headhunter. Weiterhin empfehle ich Ihnen, sich bei Xing Lebensläufe von Personen anzusehen, die bei Ihrem Wunschunternehmen machen, was Sie sich wünschen. Welche Informationen haben die in Ihrem CV?

Der Bewerbungsweg wird nicht beachtet

Welchen Weg wird die Bewerbung nehmen? Geht sie über ein Bewerbungsformular, E-Mail, persönliche Kontakte, Stelleninserate? Das ist ein Unterschied! Immer noch werden pauschal „Mappenchecks“ verkauft. Die Bewerbungsstrategie wird weder hinterfragt noch besprochen.

Wie es besser geht:

Nicht jeder braucht die gleiche Strategie. Es gibt Lebensläufe, die sich sehr gut initiativ „verkaufen“, andere Bewerber sollten sich eher auf Anzeigen konzentrieren, wieder andere auf Netzwerke. Davon ausgehend kann man Maßnahmen bestimmen: Wer sich Online über ein Formular bewirbt, sollte sein Augenmerk auf den Lebenslauf legen. Wer sich initiativ bewirbt, braucht ein sehr gutes Anschreiben. Wer auf ein Stelleninserat reagiert muss vor allem argumentieren und seinen CV darauf abstimmen. Wer über Online-Netzwerke agiert, braucht die richtigen Keywords.

Konzentration auf das Anschreiben und weiche Argumente

Das Anschreiben ist für manche Zielgruppenbewerbungen ein wichtiger Türöffner. Sonst interessiert es nur ganz wenige Unternehmen. Die meisten Personaler und Headhunter checken den Lebenslauf. Da Bewerbungsoptimierung, sorry, oft von Frauen angeboten wird, ist der Blick auf Argumente mitunter zu weiblich. Da werden mehr softe Argumente betont, wo harte Facts wichtig wären. Selten interessiert das „was Sie sonst noch über mich wissen sollten“ bei einer Position über 50.000 Euro Jahresgehalt.

Wie es besser geht:

Personaler wollen schnell sehen, was wichtig ist. Dabei geht es nicht um viel Information, sondern um die richtige. Die Positionierung des Bewerbers muss sofort klar werden und damit die Frage „wofür steht jemand“.

Keine Erfolgskontrolle

Ich frage mich, warum niemand die Staubwedelei von Reinigungsfachkräften kontrolliert. Und warum so wenige Bewerbungsberater den Erfolg ihrer Arbeit prüfen (über die Referenz des Kunden hinaus, denn die sagt ja nichts über Wirksamkeit). Viele sehen Bewerbungsberatung als einmalige Aktion, was sie nicht ist. Die meisten Bewerbungsprojekte dauern mehr als drei Monate, viele mehr als ein halbes Jahr.

Wie es besser geht:

Eine Kennzahlenmanagement ist ganz einfach eingeführt: Wie viele Einladungen pro zehn Bewerbungen vor der Optimierung, wie viele danach? Wie viele Zweitgespräche auf Erstgespräche, wie viele Angebote auf Zweitgespräche. Das ermöglicht es auch, immer wieder nachzubessern und den Kurs zu ändern. Denn es sind nicht die Unterlagen für sich, sondern die Kombination aus Fundamentaldaten, Bewerbungszielen, Bewerbungsstrategie und Unterlagen, die den Erfolg ausmachen.


Quelle: www.karrierebibel.de von Svenja Hofert am 18. Juni 2014 Bewerbung

Freitag, 20. Oktober 2017

Wie leicht wir zu beeinflussen sind


Unser Urteilsvermögen ist bei weitem nicht so sicher, wie manche vielleicht glauben. Im Gegenteil: Wir sind allesamt hochgradig manipulierbar und lassen uns allzu leicht blenden. Psychologische Experimente beweisen das immer wieder. Ein relativ simples, aber sehr anschauliches lieferten die beiden Psychologen Daniel Kahnemann und Amos Tversky: 

Zwei Testgruppen bekamen eine mathematische Aufgabe. Die einen sollten rechnen 8*7*6*5*4*3*2*1; die anderen 1*2*3*4*5*6*7*8. Allerdings hatten sie dafür nur fünf Sekunden Zeit. Also schätzten sie. Die erste Gruppe schätzt im Durchschnitt 2250, die zweite kommt auf 512. Beides ist natürlich falsch.

Aber es zeigt, was Sie vielleicht längst ahnen: Wer mit etwas Großem beginnt, erwartet auch ein großes Ergebnis und umgekehrt. Die richtige Antwort wäre übrigens 40.320 gewesen.

Quelle www.karrierebibel.de